AFP, Jens Büttner

Zentralratspräsident: Juden sind in einigen Großstädten tatsächlich gefährdet

26.05.2019

Berlin (AFP) - Nach den jüngsten Äußerungen des Antisemitismus-Beauftragten zum Tragen der Kippa hat der Zentralrat der Juden auf die tatsächlich gefährliche Lage für jüdische Mitbürger in Deutschland hingewiesen. "Es ist seit längerem eine Tatsache, dass Juden in einigen Großstädten potenziell einer Gefährdung ausgesetzt sind, wenn sie als Juden zu erkennen sind", erklärte Zentralratspräsident Josef Schuster am Wochenende auf Anfrage.

Er habe "bereits vor zwei Jahren" auf diesen Umstand hingewiesen, fuhr er fort. "Es ist daher zu begrüßen, wenn diese Situation auch auf höchster politischer Ebene mehr Aufmerksamkeit erfährt."

Schuster reagierte damit auf Äußerungen des Regierungsbeauftragten Felix Klein. Er hatte den Zeitungen der Funke Mediengruppe gesagt, er könne "Juden nicht empfehlen, jederzeit überall in Deutschland die Kippa zu tragen". Damit habe sich seine Meinung "im Vergleich zu früher leider geändert". Der Regierungsbeauftragte begründete die Entwicklung mit einer "zunehmenden gesellschaftlichen Enthemmung und Verrohung".

Schuster erklärte dazu, die Bekämpfung des Antisemitismus "muss sich die ganze Gesellschaft zu eigen machen". Dafür sei es "höchste Zeit".

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