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AFP, John MACDOUGALL

Karamba Diaby kämpft als SPD-Kandidat in Halle für Bildung und Gerechtigkeit

08.09.2017

Halle (AFP) - Der SPD-Politiker Karamba Diaby ist seit 2013 Mitglied des Bundestages. Im Wahlkampf stehen für ihn die Themen Bildung und Chancengerechtigkeit im Mittelpunkt. In seinem Wahlkreis Halle in Sachsen-Anhalt muss sich der gebürtige Senegalese aber auch mit rassistischen Anfeindungen auseinandersetzen.

Bei der Wirtschaftsleistung liege der Osten Deutschlands im Vergleich zum Westen immer noch um 25 Prozent zurück, sagte Diaby der Nachrichtenagentur AFP. Bei den Gehältern seien es etwa 15 Prozent. "Das sind große Herausforderungen", hob der SPD-Politiker hervor.

"Frau Merkel verweigert sich einfach Diskussionen und Konzepten für die Zukunft dieses Landes", warf Diaby ebenso wie andere Sozialdemokraten der Kanzlerin und CDU-Chefin vor. Er dagegen diskutiere mit den Menschen in Halle "darüber, was wir wollen für die Zukunft dieses Landes". Für ihn seien dies vor allem "Investitionen in Bildung, Infrastruktur, Digitalisierung und auch Pflege".

Doch wegen seiner Herkunft und schwarzen Hautfarbe gibt es auch ein Wahlkampfthema, das sich Diaby nicht ausgesucht hat, den Rassismus. "Die NPD hat mein Plakat mit wirklich aggressiven Kommentaren versehen", äußerte sich der SPD-Politiker entsetzt. "Was sie wollen, ist mich einzuschüchtern und alles zu tun, damit ich mich aus der Politik zurückziehe", sagte er weiter.

"Wir leben in einem demokratischen Staat und ich lasse mich nicht einschüchtern", stellte der 55-jährige promovierte Chemiker und Geoökologe aber klar. Zwar garantiere das Grundgesetz die Meinungsfreiheit, doch "sie fordert auch den Respekt vor der Würde des Menschen", hält er denen entgegen, die ihn attackieren. Immerhin hätten sich auch mehr als 30.000 Menschen für ihn eingesetzt und gesagt "Was Du machst, ist gut. Mach weiter!"

Diaby wehrt sich auch gegen Darstellungen, Rassismus oder Fremdenfeindlichkeit sei ein ostdeutsches Problem. Dies gebe es vielmehr "in allen europäischen Ländern und auch in den USA", sagte er AFP. Man müsse aber Wege finden, um "diesen antidemokratischen und faschistischen Tendenzen entgegenzutreten". Für ihn spiele es auf jeden Fall für seine politische Arbeit "keine Rolle, ob ich ein Deutscher mit Migrationshintergrund bin oder nicht".

Die Zuwanderung von fast einer Million Flüchtlingen sieht Diaby als "große Herausforderung". Dabei geht es ihm vor allem um die praktischen Fragen: "Wie gelingt es uns, den Kindern Zugang zu Kindertagesstätten zu geben? Was ist mit den jungen Menschen, die in die Schule gehen?" Für die Zukunft unterstrich der Abgeordnete die Forderung der SPD nach einem Einwanderungsgesetz, mit dem die Partei eine geordnete Zuwanderung in den Arbeitsmarkt regeln will.

Diaby wurde 1961 in Marsassoum im Südwesten Senegals geboren. 1985 kam er als Student mit einem Stipendium in die damalige DDR, lernte in Halle seine Frau Ute kennen und blieb. Seit 2001 ist er deutscher Staatsbürger, seit 2008 Mitglied der SPD. Im Ringen um das Direktmandat erreichte er vor vier Jahren mit 23,3 Prozent den dritten Platz, zog aber über die Landesliste in den Bundestag ein. Am 24. September bewirbt er sich erneut um ein Direktmandat.

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