AFP, Daniel Karmann

Integrationsbeauftragte fordert Qualitätsoffensive für Flüchtlingskurse

25.08.2018

Düsseldorf (AFP) - Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz (CDU), fordert eine Qualitätsoffensive bei den Integrationskursen für Flüchtlinge. In einem Sieben-Punkte-Katalog fordert die Staatsministerin unter anderem, die individuelle Leistungsfähigkeit der Migranten stärker zu berücksichtigen, die Wartezeiten zu verkürzen und berufsbegleitende Sprachangebote auszubauen, wie die "Rheinische Post" am Samstag berichtete.

Der Forderungskatalog sei bereits an Innenminister Horst Seehofer (CSU) gegangen. Trotz unterschiedlicher Voraussetzungen würden derzeit "alle Teilnehmer 600 Stunden bis zum Abschlusstest durch den Kurs 'gezogen' - teils ohne ausreichend auf die individuellen Lernfortschritte Rücksicht zu nehmen", zitierte die Zeitung aus Papier. Um besser auf die Bedürfnisse der Migranten eingehen zu können, müsse die Kursteilnehmerzahl von 25 wieder auf 20 reduziert werden. 

"Um die Regeln und Prinzipien sowie die Werte und Gepflogenheiten des friedlichen Zusammenlebens von Anfang an zu vermitteln, sollten Erstinformations- und Wegweiserkurse eingeführt werden", fordert Widmann-Mauz demnach weiter. Diese sollten den Integrationskursen vorgeschaltet und notfalls in der Herkunftssprache vermittelt werden. Hinterher müssten sich Berufssprachkurse an die Integrationskurse anschließen. 

Auch der Eigenkostenbeitrag für Geringverdiener müsse reduziert werden. "Denkbar wäre eine Härtefallregelung, wonach Personen, die über ein Einkommen unterhalb der Pfändungsgrenze verfügen, von der Kostentragungspflicht befreit werden", heißt es in dem Forderungskatalog weiter. 

"Nötig ist eine echte Qualitätsoffensive bei den Integrationskursen", sagte Widmann-Mauz der Zeitung. Die Kurse müssten stärker auf die verschiedenen Zielgruppen zugeschnitten werden. "Der Arzt aus Syrien hat nun mal andere Voraussetzungen als der junge Mann ohne Ausbildung aus Somalia", sagte die Integrationsbeauftragte.

Nach aktuellen Daten des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf) ist die monatsdurchschnittliche Zahl der Integrationskurse im laufenden Jahr gegenüber dem Vorjahr rückläufig, berichtete die Zeitung weiter. Die Zahl der begonnenen Integrationskurse zwischen Januar und Ende Juli des laufenden Jahres betrug demnach 8437, das waren monatsdurchschnittlich rund 1200. Im Jahr 2017 dagegen wurden insgesamt 18.915 oder monatsdurchschnittlich mehr als 1570 Integrationskurse begonnen, so die Zeitung.

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