AFP, Christophe Gateau

Giffey appelliert im Kampf gegen Antisemitismus an Zivilgesellschaft

01.06.2019

Berlin (AFP) - Vor der Al-Kuds-Kundgebung am Samstag in Berlin hat Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) mehr zivilgesellschaftliches Engagement gegen Antisemitismus in Deutschland gefordert. "Für Antisemitismus, Ausgrenzung und Hetze gegen Jüdinnen und Juden darf es keinen Platz geben", sagte sie dem Berliner "Tagesspiegel" vom Samstag. 

"Wir alle müssen antisemitischer Diskriminierung entgegentreten, laut werden gegen Antisemitismus und Jüdinnen und Juden zeigen: Wir sind da für euch, wir unterstützen euch", forderte die frühere Bezirksbürgermeisterin von Neukölln. Vorfälle der vergangenen Wochen, Monate und Jahre hätten gezeigt, dass Antisemitismus "ein ernstes Problem unserer Gesellschaft ist, das wir nicht akzeptieren dürfen".

Der Kampf gegen Antisemitismus ließe sich nur gewinnen, wenn Zivilgesellschaft vor Ort gestärkt werde, fügte die Ministerin hinzu. "Nur wenn wir uns gemeinsam und auf allen Ebenen - in der Familie, vor Ort im Kiez, in Politik, Kultur und Wirtschaft - immer wieder gegen Antisemitismus in allen seinen Erscheinungsformen einsetzen, werden wir ihm dauerhaft Einhalt gebieten können."

Zuvor hatte Berlins Antisemitismusbeauftragter Lorenz Korgel dazu aufgerufen, am Samstagnachmittag an Gegendemonstrationen gegen den Al-Kuds-Marsch in der Hauptstadt teilzunehmen. Antisemitische Botschaften und Hass auf Israel seien in den vergangenen Jahren immer wieder Bestandteil des Marsches gewesen.

Offiziell findet die Kundgebung unter dem Motto "Für einen gerechten Frieden in Palästina" statt. Nach Polizeiangaben rechnen die Veranstalter mit 2000 Teilnehmern. Ein breites Bündnis unter anderem aus Gewerkschaften und der Jüdischen Gemeinde Berlin rief zu einer Gegenkundkundgebung auf und erwartet etwa 400 Teilnehmer. Am Al-Kuds-Marsch nahmen im vergangenen Jahr mehr als tausend Menschen teil. 

Der internationale Al-Kuds-Tag war Ende der 1970er Jahre vom iranischen Revolutionsführer Ayatollah Khomeini ins Leben gerufen worden, um gegen die israelische Besatzung der Palästinensergebiete zu protestieren. Al Kuds ist der arabische Begriff für die Stadt Jerusalem.

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