(amw/spot), NDR/Christine Schroeder

"Tatort: Die goldene Zeit": So wird der Reeperbahn-Krimi

07.02.2020

Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring, 52) und Julia Grosz (Franziska Weisz, 39) gehen auf dem Hamburger Kiez auf Verbrecherjagd. Im "Tatort: Die goldene Zeit" (9.2., 20:15 Uhr, das Erste) müssen sie einen Auftragsmord aufklären, der das Rotlichtmilieu erschüttert hat. Schnell finden sich die beiden Ermittler in einer Welt aus Prostitution, Machtkämpfen und Menschenhandel wieder.

Worum geht es im "Tatort: Die goldene Zeit"?

Ein Auftragsmord im Rotlichtmilieu erschüttert den Hamburger Kiez. Der Spross einer Kiezgröße wird am helllichten Tag erstochen. Bei den Ermittlungen trifft Thorsten Falke auf seinen alten Freund und Mentor Michael Lübke (Michael Thomas, 58) und wird dabei mit seiner St.-Pauli-Vergangenheit konfrontiert. Denn Falke hat in jungen Jahren als Türsteher auf der berüchtigten Partymeile gearbeitet. Während er mit seinen persönlichen Erinnerungen an diese Zeit kämpft, kann Grosz mit der nostalgischen Blickweise auf die sündige Meile nichts anfangen. Schließlich gehören auf der Reeperbahn Prostitution und Menschenhandel zur Tagesordnung.

Falke und Grosz begeben sich auf die Jagd nach dem Auftragsmörder und suchen nach den Hintermännern. Dabei geraten sie zwischen die Fronten eines Krieges um die Vorherrschaft auf dem Kiez. Lübke erweist sich währenddessen mehr und mehr als trickreicher Gegenspieler...

Lohnt sich das Einschalten?

Ja, und wie! In "Die goldene Zeit" erhält der Zuschauer eine spannende Kiez-Tour der besonderen Art. Es wird hinter die Kulissen der vermeintlichen Partymeile geblickt, wo Menschenhandel, Prostitution und organisiertes Verbrechen zum alltäglichen Geschäft gehören. Hier trifft Nostalgie auf Kriminalität. Diese Gegenpole werden durch die Protagonisten bildhaft transportiert. Während Falke auf dem Kiez seine Jugend verbracht hat und sich seinen ehemaligen Weggefährten verbunden fühlt, verurteilt Grosz diese Glorifizierung und sieht nur die Schattenseiten der Reeperbahn.

Der "Tatort" zeichnet das alte St. Pauli nach, das in den 1970er und 1980er Jahren seine Blütezeit hatte. Figuren wie Michael Lübke werden heute durch albanische Clans verdrängt, die langsam die Macht übernehmen. Das abstruse Leben auf dem Kiez wird dabei großartig von Regisseurin Mia Spengler (34) und ihrem Team eingefangen. "Es sollte alles sehr realitätsnah sein", erklärte auch Franziska Weisz im Interview mit spot on news. Nur das Bordell sei nachgestellt worden, da sie für ein echtes Frauenhaus keine Drehgenehmigung erhalten hatten, verriet die Schauspielerin weiter.

Während die Spannung der Geschichte den Zuschauer förmlich an die Couch fesselt, kommt man den Figuren ganz nah. Vor allem Grosz rücken in den Fokus, wobei die sonst so gefühlskalte Ermittlerin Emotionen zeigt - und zwar reichlich. Und so viel sei verraten: Das Ende dürfte auch bei dem ein oder anderen Zuschauer für feuchte Augen sorgen...

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