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Gerhard Delling: So emotional war sein letzter ARD-Auftritt

26.05.2019

Beim gestrigen Pokalfinale zwischen dem FC Bayern München und RB Leipzig haben sich nicht nur die Altstars Arjen Robben (35) und Franck Ribéry (36) von den Fans des Rekordmeisters verabschiedet. Es ging noch jemand. Einer, der 39 Jahre lang die Treue gehalten hat: Gerhard Delling (60). Keinem Fußballverein galt die Loyalität des Sport-Journalisten, vielmehr hielt er fast vier Jahrzehnte für die ARD seine Knochen hin, wie es im Fußball-Jargon so schön heißt. Kein Wunder also, dass Delling nach diesem letzten Einsatz mit den Tränen rang.

Nicht zuletzt Dellings geliebter TV-Feind Günter Netzer (74) sorgte für die feuchten Augen. Der kündigte gewohnt humorlos charmant einen Beitrag zu Ehren Dellings an, der die Höhepunkte der langen Fernseh-Karriere zusammenfasste. "So, und jetzt ist aber wirklich Schluss. Jetzt können Sie mich gerne mal auf ein Glas Wein einladen", forderte Netzer zum Abschluss noch ein.

Auch der ehemalige Nationalspieler und inzwischen DFB-Direktor, Oliver Bierhoff (51), richtete ein paar warme Worte an den scheidenden ARD-Mann: "Lieber Gerhard, ich bin besonders glücklich und auch stolz heute bei deiner letzten Sendung dabei gewesen zu sein. Noch einmal ganz herzlichen Dank für die tollen Jahre. Für die guten Gespräche - auch, wenn die Kamera aus war."

Wie geht es weiter?

Hat Delling nun also fertig, wie Giovanni Trapattoni sagen würde? Mitnichten. Auch wenn er das ARD-Mikro an die jüngere Generation abgibt, im Rentenalter sieht sich Delling deswegen noch nicht. "Ich will noch etwas machen, was mich neu fesselt", verrät er im Interview mit der "Sport Bild". Aber: "Das muss nichts Hochtrabendes sein, auch nicht zwingend beim Fernsehen."

Bevor es ihn, in welcher Form auch immer, wieder zu sehen gibt, wird es Delling wohl zunächst zum Lesen geben. Der 60-Jährige arbeitet an einem Roman, "die Geschichte beginnt gegen Ende des Zweiten Weltkriegs, im Mittelpunkt steht eine Unternehmerin. Eine Mischung aus Wahrheit und Fiktion. Das ist mein ganz persönliches Projekt, das ich auf jeden Fall vollenden will."

Für die Zukunft wünscht er sich in Sachen Sport übrigens wieder etwas mehr Mut: "Ich finde die Berichterstattung in Zeitung, Fernsehen und Hörfunk zum Teil sehr konformistisch. Wenn wir ehrlich sind, machen wir alle zusammen seit zehn, vielleicht sogar 20 Jahren immer das gleiche Ding." Dass dieser Umbruch in Gänze ohne "Mister Sportschau" stattfindet soll, kann und will wohl kein Fußballfan glauben.

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