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AFP, RONNY HARTMANN

VW-Vorstand informiert Aufsichtsrat über aktuellen Stand zu Kartell-Vorwürfen

26.07.2017

Wolfsburg (AFP) - Angesichts der öffentlich erhobenen Kartell-Vorwürfe gegen die großen deutschen Autobauer hat der VW-Vorstand den Aufsichtsrat des Unternehmens am Mittwoch über den aktuellen Stand zu möglichen Kartellrechtsfragen informiert. Die vorliegenden Informationen seien "offen diskutiert worden", der Vorstand werden den Aufsichtsrat auch in Zukunft auf dem Laufenden halten, teilte das Unternehmen am Abend mit. Zu Einzelheiten nehme der Konzern "derzeit keine Stellung".

Grundsätzlich gelte, dass es "in vielen Fällen erforderlich und nicht zu beanstanden ist, bei neu verfügbaren Technologien (...) die Machbarkeit und auch die Standardisierung von technischen Lösungen und Sicherheitsstandards zu erörtern", heißt es in der Erklärung weiter. Es sei weltweit üblich, dass Autohersteller sich zu technischen Fragen austauschen. Davon hätten "nicht zuletzt die Kunden" einen Nutzen, weil innovative Lösungen "schneller verfügbar und preiswerter" seien als aufwändigere Einzelentwicklungen.

Am Wochenende hatten der Konzernbetriebsrat von VW und das Land Niedersachsen als Anteilseigner eine solche Aufsichtsratssitzung gefordert. "Wir haben intensiv getagt. Dabei sind eine Vielzahl von Fragen gestellt und größtenteils auch beantwortet worden", erklärte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) nach den Beratungen am Mittwoch. Er rief den VW-Vorstand auf, "auf das Engste die Zusammenarbeit mit den zuständigen Kartellbehörden zu suchen". Zudem wünsche er sich "eine möglichst offene Kommunikation mit der Öffentlichkeit in dieser Angelegenheit".

Laut "Spiegel" haben sich Volkswagen mit seinen Töchtern Audi und Porsche sowie BMW und Daimler seit den 90er Jahren in geheimen Arbeitsgruppen über ihre Fahrzeuge abgesprochen. Vize-Regierungssprecherin Ulrike Demmer sagte am Montag, "natürlich" müssten die Vorwürfe "schonungslos aufgeklärt werden". Auch die EU-Kommission befasst sich mit den Kartell-Anschuldigungen. Verbraucherschützer rechnen mit einer Klagewelle von Kunden.

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