AFP, Boris Roessler

Zahl der Asylbewerber weiterhin rückläufig

08.01.2020

Berlin (AFP) - Die Zahl neuer Asylbewerber in Deutschland ist weiterhin rückläufig: Im Jahr 2019 wurden gut 111.000 Asylerstanträge gestellt - und damit 14,3 Prozent weniger als im Vorjahr, wie das Bundesinnenministerium am Mittwoch mitteilte. Die Haupt-Herkunftsländer waren Syrien, Irak und die Türkei. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hob hervor, dass die Anzahl der Asylbewerber nun "das dritte Jahr in Folge zurückgegangen" sei. 

Seehofer wertete den Rückgang als Erfolg. "Das zeigt, dass die zahlreichen Maßnahmen der letzten Jahre gegen ungesteuerte Zuwanderung wirken", betonte der Innenminister. Gleichwohl bleibe der Migrationsdruck an den Außengrenzen und nach Deutschland weiterhin hoch. "Deshalb führe ich meine Politik von Humanität und Ordnung der Migration konsequent fort."

Die Zuwanderung nach Deutschland ist insgesamt weiterhin rückläufig: Im Jahr 2018 zogen mit rund 1,59 Millionen etwa gleich viele Menschen in die Bundesrepublik wie im Vorjahr, heißt es in dem am Mittwoch vom Bundeskabinett gebilligten Migrationsbericht. 2016 waren noch 1,87 Millionen Menschen nach Deutschland gekommen, 2015 waren es auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise 2,1 Millionen gewesen. 

2018 verließen den Angaben zufolge 1,19 Millionen Menschen die Bundesrepublik. Damit gab es mit etwa 400.000 Menschen den niedrigsten Wanderungssaldo seit 2013. 

Bei der Migration nach Deutschland ist dem Bericht zufolge ein deutlicher Wandel zu beobachten: Die Zuwanderung aus humanitären Gründen ist in den letzten drei Jahren zurückgegangen; stattdessen kommen inzwischen mehr Menschen nach Deutschland, um zu studieren und zu arbeiten. "Auch für freizügigkeitsberechtigte EU-Staatsangehörige ist die Bundesrepublik weiterhin ein attraktives Ziel", erklärte das Innenministerium. 

Von den 81,6 Millionen Einwohnern Deutschlands haben 13,5 Millionen eigene Migrationserfahrungen, heißt es in dem Bericht weiter. Im Jahr 2018 lebten etwa zwei Drittel von ihnen seit mindestens zehn Jahren in Deutschland, 49,4 Prozent seit mindestens 20 Jahren und 13,7 Prozent seit 40 Jahren und länger.

Die Bundesregierung erstellt seit einer entsprechenden Aufforderung des Bundestages aus dem Jahr 2000 jährlich einen Migrationsbericht. Er gibt unter Einbeziehung aller Zuwanderergruppen einen umfassenden Überblick über die jährliche Entwicklung der Zu- und Abwanderung. 

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