AFP, Saul LOEB

Trump will sich nun doch mit Kim treffen

01.06.2018

Washington (AFP) - Der historische Gipfel zwischen US-Präsident Donald Trump und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un soll nun doch stattfinden. "Wir werden uns am 12. Juni in Singapur treffen", sagte Trump am Freitag nach einer Unterredung mit einem hochrangigen nordkoreanischen Gesandten im Weißen Haus. 

Noch in der vergangenen Woche hatte es so ausgesehen, als sei der Gipfel geplatzt - Trump hatte das Treffen abgeblasen. Kurz danach aber ließ er die Gipfelvorbereitungen weiterlaufen. 

Bei dem Treffen in Singapur soll es um das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm gehen, mit dem das Land seit Jahren die internationale Gemeinschaft provoziert. Trump zeigte sich nun nach seinem Treffen mit dem nordkoreanischen General Kim Yong Chol überzeugt, dass es die Nordkoreaner mit ihrer "Denuklearisierung" ernst meinten: "Ich weiß, dass sie es tun wollen." 

Die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA hatte zuvor gemeldet, Kim Jong Un habe den "unveränderten, beständigen und festen Willen zur Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel". Jedoch ist weiter unklar, ob Kim Jong Un unter "Denuklearisierung" das Gleiche versteht wie Trump. 

Der US-Präsident versuchte, die Erwartungen an das Treffen in Singapur zu dämpfen. Dort werde es um das gegenseitige Kennenlernen gehen, sagte er. Eine Vereinbarung über den Abbau des nordkoreanischen Atomwaffenarsenals ist nach seinen Worten von dem Treffen noch nicht zu erwarten. Vielmehr solle ein "Prozess" zur Denuklearisierung eingeleitet werden. Er gehe aber davon aus, dass dieser Prozess letztlich "sehr erfolgreich" sein werde.

Trump sprach am Freitag mehr als eine Stunde lang mit Kim Yong Chol, der als rechte Hand von Kim Jong Un gilt. Bei dem Treffen im Oval Office übergab ihm der Emissär einen Brief des nordkoreanischen Machthabers. Zu dessen Inhalt äußerte sich Trump zunächst nicht.

Es sei ein "sehr nettes" und "sehr interessantes" Schreiben, sagte der US-Präsident bei einer Begegnung mit Reportern auf dem Rasen des Weißen Hauses, nachdem er den nordkoreanischen Gesandten verabschiedet hatte. Kurz darauf sagte Trump allerdings, er habe den Brief noch gar nicht geöffnet.

Den derzeitigen Stand des Verhältnisses zwischen Washington und Pjöngjang beschrieb Trump als so "gut" wie schon seit langem nicht mehr. Noch rund eine Woche zuvor hatte er in einem Brief an Kim Jong Un den Gipfel abgesagt - wegen "offener Feindseligkeit" Nordkoreas. Da sich Pjöngjang danach aber weiter offen für Verhandlungen zeigte, hatte Trumps Absage nur eine sehr kurze Halbwertzeit. 

Der US-Präsident machte nun auch klar, dass er seine Kampagne des "maximalen Drucks" vorerst aussetzen will. Er wolle keine neuen Sanktionen gegen Pjöngjang verhängen, solange die Verhandlungen andauerten. "Ich freue mich auf den Tag, wenn ich die Sanktionen gegen Nordkorea aufheben kann", sagte Trump. 

Vor seinem Besuch im Weißen Haus hatte Kim Yong Chol über zwei Tage hinweg mit US-Außenminister Mike Pompeo in New York konferiert, um den Gipfel in Singapur vorzubereiten.

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