AFP, Rolf Vennenbernd

Studie: Immer mehr ältere Menschen in Deutschland entdecken das Internet

22.01.2019

Berlin (AFP) - Ältere Menschen in Deutschland entdecken zunehmend das Internet für sich. Dies und die zunehmende Verbreitung des mobilen Internets sorgen für eine fortschreitende Digitalisierung der Gesellschaft, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie der Initiative D21 hervorgeht. Insgesamt sind 84 Prozent der deutschen Bevölkerung online, das sind drei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Jeder Fünfte und damit 13 Millionen Menschen stehen aber nach wie vor im digitalen Abseits.

Das mobile Internet nutzen inzwischen mehr als zwei Drittel der Bevölkerung (68 Prozent), was einen Zuwachs um vier Prozentpunkte bedeutet. Das größte Plus und damit einen entscheidenden Anteil an den Steigerungen verzeichnen die älteren Generationen. 79 Prozent der 60- bis 69-Jährigen und 45 Prozent der über 70-Jährigen sind mittlerweile online.

Gleichwohl bleibt in Teilbereichen eine digitale Spaltung sichtbar. Denn auch wenn die ältere Generation aufholt, sind nach wie vor die Jüngeren digital weitaus aktiver. Auch Menschen mit höherer Bildung haben im Schnitt einen deutlich höheren Digitalisierungsgrad als Menschen mit geringerer Bildung. Zudem führen Berufstätigkeit und vor allem Schreibtischarbeit zu mehr Berührungspunkten und Erfahrungen mit digitalen Technologien.

Die Studie sieht zudem ein Stadt-Land-Gefälle, wenngleich es beim Zugang zum Internet kaum Unterschiede gibt. Menschen in der Großstadt nutzen das Internet länger, vielfältiger und häufiger. Gründe dafür sind unter anderem eine jüngere Bevölkerung und ein durchschnittlich höherer Bildungsgrad. Auch wird das Internet in den Großstädten häufiger beruflich genutzt, wenngleich Telearbeit oder Homeoffice in ländlichen Regionen durchaus stärker greifen könnten.

Insgesamt geht knapp die Hälfte der Berufstätigen davon aus, dass sich ihre Arbeit durch die Digitalisierung spürbar verändern wird. 38 Prozent sehen darin Chancen. 41 Prozent fühlen sich durch die Digitalisierung aber auch einem ständigen Lerndruck ausgesetzt. Mobiles Arbeiten bleibt indes bislang die Ausnahme: Nur 16 Prozent arbeiten nach eigenen Angaben gelegentlich zeitlich oder örtlich unabhängig.

Die großen Themen E-Health und Smart Home führen der Studie zufolge derzeit noch ein Nischendasein. Nur eine kleine Minderheit machte bereits persönlich Erfahrungen mit E-Health- oder Smart-Home-Anwendungen. Am meisten verbreitet sind digitale Gesundheitsanwendungen, die bislang zwölf Prozent nutzten. Nur sechs Prozent hatten mit intelligenten Haushaltsgeräten oder -robotern zu tun.

Für den D21-Digital-Index führte das Meinungsforschungsinstitut Kantar TNS rund 20.400 Interviews, mehr als 2000 davon mit vertiefenden Fragen. Das Projekt wird vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert und von weiteren Partnern unterstützt.

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