AFP, Jens Büttner

Studie: Größte Lücke beim Wohnungsneubau in Köln und Stuttgart

22.07.2019

Köln (AFP) - Einer neuen Studie zufolge müssten dieses und nächstes Jahr jeweils rund 340.000 neue Wohnungen in Deutschland gebaut werden, um den Bedarf zu decken. Wie das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln am Montag mitteilte, wurden in den vergangenen drei Jahren aber jeweils nur rund 283.000 Wohnungen gebaut. Das entspricht einer Lücke von fast einem Fünftel.

In ihrem Modell berechnen die Volkswirte des IW anhand der prognostizierten demografischen Entwicklung, der altersabhängigen Wohnungsnutzung und dem derzeitigen Leerstand, wie viel in den Städten und Landkreisen jeweils gebaut werden müsste, um die Nachfrage zu decken.

Der Studie zufolge hängen vor allem die großen Städte beim Bau hinterher. So wurden in Köln und Stuttgart nur rund die Hälfte der Wohnungen gebaut, die laut dem IW nötig wären, um die Nachfrage zu decken. Auch München, Frankfurt am Main und Berlin hängen dem Bundesschnitt hinterher, wenn auch nicht so stark.

Ganz anders sieht es den Ökonomen zufolge auf dem Land aus: "Während in den Ballungszentren ein regelrechter Kampf um Wohnraum tobt, wird in vielen strukturschwachen Landkreisen und Städten zu viel gebaut", teilte das IW mit. In 69 der 401 kreisfreien Städte und Landkreise wurden in den vergangenen zwei Jahren über 50 Prozent mehr Wohnungen gebaut, als laut dem IW-Modell tatsächlich benötigt werden. Die Folge davon sei Leerstand.

Die Bautätigkeit habe auch direkten Effekt auf die Mieten: "Mietpreissteigerungen in Hamburg, Frankfurt am Main und Düsseldorf zum Beispiel fallen schwächer aus als die in Berlin, München oder Köln", beobachteten die Forscher. Allerdings lässt die Zuwanderung in die Großstädte demnach bereits an einigen Orten nach, und auch die Bautätigkeit sei in einigen angespannten Märkten bereits deutlich ausgeweitet worden.

So müssten in den Jahren 2021 bis 2025 noch jährlich 260.000 und bis 2030 noch 246.000 Wohnungen deutschlandweit entstehen. Die einzige Großstadt, bei der die Studienautoren mit einer weiteren Anspannung der Lage rechnen, ist Berlin. Dort müssten bis 2030 jedes Jahr rund 21.000 neue Wohnungen gebaut werden, hieß es.

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