AFP, ARIS MESSINIS

Kofler fordert schnelle Hilfe für Flüchtlinge in überfüllten griechischen Lagern

21.12.2019

Berlin (AFP) - Die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Bärbel Kofler (SPD), hat schnelle Hilfe für die Migranten in den überfüllten griechischen Flüchtlingslagern gefordert. Die neue EU-Kommission müsse "schnell einen neuen Anlauf zu einer fairen Verteilung" der Flüchtlinge auf die EU-Staaten unternehmen, sagte Kofler den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND, Wochenendausgaben). Grünen-Chef Robert Habeck rief dazu auf, tausende Migranten aus den griechischen Lagern nach Deutschland zu bringen. Unterstützung erhielt er von Pro Asyl.

"Die griechische Regierung schlägt Alarm, die Flüchtlingszahlen auf den Inseln steigen",sagte Kofler weiter. Offensichtlich hielten die "katastrophalen Zustände" in den griechischen Lagern die Menschen nicht von der Flucht ab. "Was sie zur Flucht bewegt, ist schlimmer als das, was sie in den Lagern erdulden müssen". Die SPD-Politikerin forderte: "Wir dürfen Griechenland nicht allein lassen." Wünschenswert wäre zudem ein neues Schutzprogramm für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.

Grünen-Ko-Chef Habeck sagte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" in Bezug auf die in Lagern ausharrenden Migranten: "Holt als erstes die Kinder raus." Auf den griechischen Inseln vor der türkischen Küste drängten sich etwa 4000 Kinder, darunter "viele Mädchen, viele zerbrechliche kleine Menschen". Da sei schnelle Hilfe ein "Gebot der Humanität".

Bundesländer wie Berlin und Thüringen hätten schon erklärt, dass sie dazu bereit seien, ebenso die grüne Seite der Regierung von Baden-Württemberg und der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius (SPD). Deutschland müsse auch handeln, wenn andere in der EU nicht mitmachten, forderte Habeck. "Es ziehen sowieso nie alle mit."

Pro Asyl nannte es "unerträglich, dass tausende Flüchtlingskinder  in griechischen Elendslagern vor Kälte, Nässe und Hoffnungslosigkeit zittern, während hier weihnachtliche Urlaubsstimmung einkehrt". Kinder müssten zu ihren Eltern. "Das garantieren eigentlich die UN - Kinderrechtskonvention und das EU-Recht", erklärte Pro-Asyl-Geschäftsführer Günter Burkhardt. Das Bundesinnenministerium sabotiere dies jedoch durch eine "gnadenlose Ausübung der Gesetze". "Wenn Menschen in Dreck und Elend ausharren, ist es zynisch, die Einhaltung der Fristen zu verlangen, innerhalb derer ein Antrag auf Familienzusammenführung gestellt sein muss." 

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