AFP, Guido Kirchner

Berufungsverfahren von Kleinbauer aus Peru gegen RWE begonnen

12.11.2017

Hamm (AFP) - Die Klimaklage eines peruanischen Kleinbauern gegen den Energieriesen RWE beschäftigt seit Montag das Oberlandesgericht (OLG) in Hamm. Am Mittag begann dort das Berufungsverfahren des peruanischen Kleinbauern Saúl Luciano Lliuya, der von dem Energiekonzern verlangt, sich an den Kosten für einen Überflutungsschutz seines Hauses zu beteiligen.

Oberhalb von Lliuyas Heimatstadt Huarez in den Anden droht nach Angaben des Bauern ein See durch das Schmelzen eines Gletschers überzulaufen. Grund des Gletscherschmelzens sei der Klimawandel, den RWE durch den CO2-Ausstoß seiner Kraftwerke mitverursacht habe. Lliuya fürchtet, dass sein Haus überflutet wird. Bereits in der Vergangenheit habe es durch Erdbeben und Erdrutsche Überschwemmungen gegeben. Der Wasserstand sei nun gefährlich hoch.  

Lliuya, der von der Entwicklungsorganisation Germanwatch unterstützt wird, schätzt, dass RWE für 0,47 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich ist. Der Kleinbauer fordert deshalb, dass RWE die Kosten für künftige Schutzmaßnahmen tragen müsse - und zwar entsprechend dem Anteil des Unternehmens am weltweiten CO2-Ausstoß. Das seien 17.000 Euro für einen Gemeindeverbund und gut 6400 Euro, die er selbst schon für Schutzmaßnahmen an seinem Haus ausgegeben hat. 

Das Essener Landgericht hatte die Klage Mitte Dezember in erster Instanz zurückgewiesen, weil die Anträge teils nicht genau genug bestimmt waren. Außerdem gebe es zahllose Emittenten von Treibhausgasen, weshalb es keine direkte Verursachungskette zwischen einem einzelnen Emittenten und den Schäden von Lliuya gebe. 

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