AFP, Mario Gentzel

Thüringer Verfassungsschutzpräsident Kramer beobachtet wachsenden Antisemitismus

20.12.2017

Berlin (AFP) - Der Präsident des Thüringer Verfassungsschutzes und frühere Generalsekretär des Zentralrats der Juden, Stephan Kramer, sieht einen wachsenden Antisemitismus in Deutschland und fordert ein stärkeres Engagement dagegen. Der Antisemitismus habe "sicherlich zugenommen", auch wenn dies Wellenbewegungen seien, sagte Kramer am Mittwoch im ZDF-"Morgenmagazin". Die Angst bei Juden sei "berechtigterweise" gewachsen. 

Es gebe eine Zunahme der Gewaltbereitschaft, sagte Kramer. Wenn zudem bei Demonstrationen Fahnen angezündet würden, habe das "nichts mehr mit sachlicher Kritik zu tun". Dabei gehe es darum, "Hass zu schüren". Aus Protest gegen die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, waren zuletzt bei Kundgebungen israelische Fahnen verbrannt worden.

Kramer forderte konkretere Schritte gegen Antisemitismus. "Dagegen sein, reicht einfach nicht mehr aus", mahnte der Verfassungsschutzpräsident. Es müsse jetzt tatsächlich gehandelt werden. "Wir müssen uns im Klaren sein, dass wir es mit einer Verrohung in der Gesellschaft zu tun haben", sagte Kramer.

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