AFP, Swen Pförtner

NDR findet in Aktenarchiven keine Hinweise auf Übergriffe durch Dieter Wedel

23.02.2018

Hamburg (AFP) - Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) hat bislang keine Hinweise auf sexuelle Übergriffe durch den Regisseur Dieter Wedel bei Produktionen in seinem Auftrag entdeckt. Das teilte der Sender am Freitag in einem Zwischenbericht in Hamburg mit. Er hatte demnach alle noch vorhandenen Archivunterlagen zu den Projekten aus der Zeit von 1969 bis 1991 untersuchen lassen. Zuvor war bereits eine Prüfung beim ZDF ergebnislos verlaufen.

Wedel sieht sich seit Jahresbeginn mit Missbrauchsvorwürfen konfrontiert, die von mehreren Schauspielerinnen erhoben werden. Er wies dies per eidesstattlicher Erklärung zurück. Der zu den erfolgreichsten deutschen Fernsehregisseuren zählende Wedel feierte einen großen Teil seiner Erfolge mit Produktionen für die öffentlich-rechtlichen Sender.

Nach NDR-Angaben fanden sich weder im Redaktionsarchiv noch in den Personalakten Hinweise auf sexuelle Übergriffe oder strafbare Handlungen. Auch die Revisionsabteilung sei in keinem Fall mit Wedel-Produktionen befasst gewesen.

Sonstige Aktenbestände bei den Produktionsleitungen und externen Produktionsfirmen seien "im Einklang mit den gesetzlichen Vorschriften zu Aufbewahrungsfristen für Schriftgut" nicht mehr vorhanden, ergänzte der Sender. Es würden nun noch Honorarabrechnungen freier Mitarbeiter geprüft. Ob sich dadurch Erkenntnisse ergäben, sei offen.

NDR-Intendant Lutz Marmor erklärte, sein Sender habe "ein hohes Interesse an einer Aufklärung möglicher Vorwürfe". Betroffene könnten sich auf Wunsch auch anonym an den NDR wenden. Der Sender wies unter anderem auf seine Gleichstellungsbeauftragten und einen externen Vertrauensanwalt als mögliche Ansprechpartner hin.

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