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Merkel betont wichtige Rolle von Frauen bei Integration von Einwanderern

12.12.2018

Berlin (AFP) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die wichtige Rolle von Frauen bei den Bemühungen um die Integration von Einwanderern und Flüchtlingen hervorgehoben. Frauen und Mütter spielten eine "entscheidende Rolle", weil sie Sprachkenntnisse, aber auch Werte und Erfahrungen an ihre Kinder weitergäben, sagte Merkel beim Festakt zum 40-jährigen Bestehen des Amts der Regierungsbeauftragten für Migration, Flüchtlinge und Integration am Mittwoch in Berlin.

Frauen trügen viel dazu bei, dass "Familien in unserer Gesellschaft und unserer Kultur ankommen", fügte die Kanzlerin hinzu. "Investitionen in Bildung und Integration von Frauen haben Multiplikatoreneffekte." Es sei geradezu ein "Gebot der Vernunft", Frauen aus Zuwandererfamilien und Frauen, die als Geflüchtete nach Deutschland kommen, "gezielt anzusprechen".

Die Kanzlerin verwies auch auf die schwierige Lage der Frauen, die häufig "in doppelter Hinsicht gegen Ausgrenzung" ankämpften. Sie trügen in der Regel meist die Verantwortung für die Familie und die Hausarbeit, so dass es schwierig für sie sei, Integrationskurse zu besuchen und sich beruflich zu bilden. Deswegen sei die Frage der Kinderbetreuung ganz wichtig.

Gleichzeitig gehe es um berufliche Chancen der Frauen sowie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Das könne allerdings nur realisiert werden, "wenn die Väter ihre Familienverantwortung verstärkt wahrnehmen", mahnte Merkel unter Applaus.

Die Kanzlerin fügte an, die Regierung könne helfen, "den schwierigen Weg der Integration zu ebnen, aber natürlich muss jeder einzelne diesen Weg auch gehen". Integration sei eine "Gemeinschaftsleistung von denen, die zu uns gekommen sind, und denen, die schon länger oder immer hier sind", sagte Merkel.

"Integration braucht und bedeutet Gemeinsinn statt Eigensinn, Weitblick statt Scheuklappendenken, Offenheit füreinander statt Abgrenzung voneinander." An der Stelle dankte die Kanzlerin auch den vielen Menschen, die sich in Deutschland ehrenamtlich engagieren.

Merkel hob hervor, bei der Integration sei schon vieles auf den Weg gebracht worden, aber es bleibe "immer noch vieles zu tun". Noch immer gebe es Unterschiede in Bildungsabschlüssen, immer noch spiele der Name bei Berufsbewerbungen "leider eine Rolle". Deshalb heiße es: "Ärmel aufkrempeln und weitermachen", rief Merkel die Anwesenden auf.

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