AFP, Julian Stratenschulte

Lebenshilfe übernimmt Räume von früherem Hildesheimer Salafistentreffpunkt DIK

12.07.2018

Göttingen (AFP) - Die von der Polizei beschlagnahmten Räume des verbotenen Salafistenvereins Deutscher Islamkreis Hildesheim (DIK) werden an die Lebenshilfe übergeben. Die auf Hilfen für Behinderte spezialisierte gemeinnützige Organisation werde dort ein Veranstaltungs-, Bildungs- und Kulturzentrum einrichten, erklärte die niedersächsische Polizei in Göttingen. Dabei kooperiere sie mit einer Initiative, die sich für die Integration Geflüchteter einsetze.

Wird ein Verein verboten, müssen dessen Räumlichkeiten nach dem Vereinsrecht gemeinnützigen Zwecken übergeben werden. Die Aufgabe übernimmt die Polizei. Die Göttinger Polizeidirektion leitete ein Auswahlverfahren ein, in dessen Verlauf fünf Interessenten ein Nutzungskonzept für die DIK-Moschee einreichten. Die Behörde legte nach eigenen Angaben Wert auf eine dauerhafte Lösung, die dem Stadtteil zu Gute kommt. Die Übertragung erfolgt als Schenkung.

Der DIK in Hildesheim war als Anlaufpunkt für radikale Islamisten bundesweit bekannt. Das niedersächsische Innenministerium verbot den Verein im März 2017, das Vermögen wurde beschlagnahmt. Unter anderem waren einige Mitglieder nach Syrien ausgereist, um sich der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) anzuschließen. Ihr Imam war der als Abu Walaa bekannte mutmaßliche IS-Chefanwerber in Deutschland. Dieser steht im niedersächsischen Celle vor Gericht.

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