AFP, Gregor Fischer

Gabriel hofft auf Verhandlungslösung mit Katar

04.07.2017

Berlin (AFP) - In der Krise um den Golfstaat Katar hofft Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) auf eine Verhandlungslösung. "Es gibt durchaus Möglichkeiten, sich zu verständigen", sagte Gabriel am Dienstag im ARD-Morgenmagazin. Dafür gebe es auf allen Seiten Bereitschaft, unterstrich er nach einem Gespräch mit dem saudiarabischen Außenminister Adel al-Dschubeir in Dschiddah. 

Ziel einer diplomatischen Lösung müsse es sein, dass "jede Form von Terrorfinanzierung eingestellt wird", betonte Gabriel. Zudem gelte es, einen Riss durch die Region zu verhindern. "Wir brauchen einen gemeinschaftlichen handelnden Golf-Kooperationsrat." Dies sei auch im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) wichtig. 

Saudi-Arabien, Ägypten, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate werfen Katar die Unterstützung von Terrorgruppen sowie eine zu große Nähe zu Saudi-Arabiens Erzrivalen Iran vor. Anfang Juni brachen sie ihre diplomatischen Beziehungen zu dem kleinen, aber reichen Golfemirat ab und verhängten eine Verkehrs- und Handelsblockade. Später legten sie Doha eine Liste mit 13 Forderungen vor. Sie setzten Katar ein Ultimatum bis Dienstag um Mitternacht, die Forderungen zu erfüllen. 

Katar legte am Montag Kuwait als Vermittler in der Krise seine Antwort auf die Forderungen vor. Details wurden vorerst nicht bekannt. Saudi-Arabien kündigte an, die Antwort gründlich zu prüfen. 

Gabriel hält sich als erster ranghoher westlicher Politiker in der Katar-Krise am Golf auf. Am Dienstag führt er Gespräche in Katar und am Mittwoch in Kuwait.

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