AFP, Monika Skolimowska

Dresdner gedenken der Zerstörung der Stadt vor 73 Jahren

13.02.2018

Dresden (AFP) - Mit Kerzen, stillen Gebeten und Kranzniederlegungen haben die Dresdner am Dienstag der Zerstörung ihrer Stadt vor 73 Jahren gedacht. Zum Auftakt versammelten sich am Vormittag Bürger und Politiker an mehreren Gedenkorten, um an die Opfer des Zweiten Weltkriegs zu erinnern.

Zu den zentralen Erinnerungsorten gehört neben dem Heidefriedhof, wo zahlreiche Tote der Luftangriffe begraben sind, auch der Altmarkt. Dort wurden nach der Bombardierung tausende Tote eingeäschert. Ein traditionelles Gedenken gibt jedes Jahr auch an der im Krieg zerstörten und vor wenigen Jahren wieder aufgebauten Frauenkirche, wo viele Besucher Kerzen entzünden.

Höhepunkt ist am Abend eine Menschenkette, zu der wie in den Vorjahren tausende Dresdner in der Innenstadt erwartet werden. Neben der Erinnerung an die Opfer soll damit gleichzeitig Weltoffenheit und Toleranz demonstriert werden. Beim Zusammenschluss der Menschenkette sollen am Abend alle Kirchenglocken läuten.

"Wir wenden uns gegen jede Anwendung von Gewalt und fordern zur Versöhnung auf", hieß es in dem gemeinsamen Aufruf von Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Kirchen, Wissenschaft und Gewerkschaften. "Wir strecken allen Demokraten die Hand aus, um mit uns gemeinsam in der Menschenkette zu stehen."

Bei den Luftangriffen alliierter Bomber auf Dresden am 13. und 14. Februar 1945 waren etwa 25.000 Menschen getötet worden. Weite Teile der historischen Altstadt wurden zerstört.

Bereits am Samstag hatten mehrere hundert Menschen gegen einen Aufmarsch von Neonazis in der sächsischen Landeshauptstadt demonstriert. Rechtsextreme versuchen seit Jahren, den Jahrestag der Zerstörung für ihre politischen Zwecke zu instrumentalisieren. Aufgrund der starken Gegenproteste wurden größere Neonaziaufmärsche am Jahrestag der Bombardierung in den vergangenen Jahren verhindert.

Zum Jahrestag der Zerstörung Dresdens sieht Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) einen klaren Schulterschluss der Gesellschaft gegen Extremismus. "Wir überlassen es nicht den Rändern, dieses Datum zu besetzten", sagte er im Südwestrundfunk. Den Vorwurf, die sächsische CDU habe sich in der Vergangenheit nicht deutlich genug von rechten Gruppen abgegrenzt, wies er zurück. Der Kampf gegen Rechtsextremismus, "gegen überhaupt jede Form von Extremismus, gehört zu unserem Selbstverständnis dazu".

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