AFP, Monika Skolimowska

Bsirske rechnet mit Durchbruch in dritter Tarifrunde von Bund und Kommunen

15.04.2018

Potsdam (AFP) - Nach den massiven Warnstreiks erwartet Verdi-Chef Frank Bsirske einen Durchbruch bei den Tarifverhandlungen für die Angestellten des Bundes und der Kommunen. Bei den Signalen, die er empfange, "sollte es gelingen können, in der dritten Verhandlungsrunde zu einem tragfähigen Kompromiss zu kommen", sagte Bsirske dem "Handelsblatt". Nach Angaben von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) will die Arbeitgeberseite "zügig zu sinnvollen Ergebnissen kommen".

In den vorangegangenen beiden Verhandlungsrunden lagen beide Seiten nach Angaben Bsirskes "sowohl bei der Höhe als auch bei der Struktur des Abschlusses noch sehr weit auseinander". Für Streit sorgt neben der Sechs-Prozent-Forderung vor allem der Mindestbetrag von 200 Euro. Ohne eine solche soziale Komponente werde es keinen Abschluss geben, betonte Bsirske: "Wir wollen auch bei unteren Einkommensgruppen einen kräftigen Sprung nach oben erreichen." 

Gleichzeitig erklärte er sich aber bereit, Akzente zu setzen, um den öffentlichen Dienst auch für IT-Fachleute, Techniker oder Ingenieure attraktiver zu machen. Der Abschluss müsse auf jeden Fall höher ausfallen als vor zwei Jahren, bekräftigte der Verdi-Chef. Damals gab es in einem ersten Schritt 2,4 Prozent und in einem weiteren Schritt 2,35 Prozent bei einer Laufzeit von 24 Monaten. "Wir haben das letzte Mal jahresbezogen eine zwei vor dem Komma gehabt", sagte Bsirske. "Das wird definitiv nicht reichen."

Die Verhandlungen für die knapp 2,3 Millionen Angestellten des Bundes und der Kommunen werden am Nachmittag in Potsdam in dritter Runde fortgesetzt. Verdi und der Beamtenbund fordern sechs Prozent, mindestens jedoch monatlich 200 Euro mehr Gehalt. An den Arbeitskämpfen beteiligten sich nach Gewerkschaftsangaben etwa 200.000 Mitglieder. Wegen Warnstreiks wurden hunderte Flüge annulliert, 90.000 Passagiere waren betroffen.

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