AFP, Christof Stache

Bayerns Innenminister Herrmann fordert Routinekontrollen von Rettungsgassen

04.07.2017

Berlin (AFP) - Nach dem schweren Busunfall in Oberfranken mit 18 Toten hat Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) ein konsequenteres Vorgehen gegen Autofahrer gefordert, die bei Staus keine Rettungsgasse bilden. Der Gesetzgeber reagiere "sehr konsequent", sagte Herrmann am Dienstagmorgen im Deutschlandfunk. Das Entscheidende sei aber, dass das Einhalten der Vorschriften dann auch kontrolliert werde.

Daher müsse künftig bei Staus auch ohne Rettungseinsätze vorsorglich kontrolliert werden, ob eine Rettungsgasse gebildet werde, ergänzte Herrmann. Wenn es erst um Menschenleben gehe, habe die Polizei dafür keine Zeit mehr. "Jeder von uns muss das kapieren", sagte er. Es gebe schließlich auch Geschwindigkeits- und Alkoholkontrollen.

Am Freitag wird der Bundesrat in Berlin über höhere Bußgelder für Gaffer beraten. Die Diskussion darüber läuft schon länger und hat nichts mit dem aktuellen Unfall zu tun. Am Montag war auf der Autobahn 9 in Oberfranken ein Reisebus bei einem Zusammenstoß mit einem Lastwagen in Flammen aufgegangen. 18 Passagiere kamen ums Leben.

Herrmann beklagte, dass Autofahrer nach dem Unfall erneut keine Rettungsgasse gebildet und dadurch das Eintreffen der Feuerwehr verzögert hätten. "Das ist einfach wirklich unverantwortlich."

Auch Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) kritisierte Autofahrer. "Das Bilden der Rettungsgasse hat nicht einwandfrei funktioniert. Da sind die Helfer in unverantwortlicher Art und Weise behindert worden", sagte er der "Passauer Neuen Presse". Der Minister kündigte an, Einsatzkräfte auf Autobahnen bundesweit mit mobilen Sichtschutzwänden auszustatten.

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