AFP, Kay Nietfeld

Außenminister Deutschlands und der Schweiz betonen Intensität der Beziehungen

22.02.2018

Berlin (AFP) - Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) hat nach einem Treffen mit seinem Schweizer Amtskollegen Ignazio Cassis die Intensität und Freundschaftlichkeit der beidseitigen Beziehungen hervorgehoben. "Die Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern sind außerordentlich eng", sagte Gabriel nach dem ausführlichen Meinungsaustausch am Donnerstag in Berlin, der deutlich länger ausfiel als vorgesehen. Dabei ging es auch um aktuelle Fragen der internationalen Politik, besonders den Syrien-Konflikt.

"Wir haben gemeinsam festgestellt, wie stark die historisch gewachsenen Beziehungen zwischen Deutschland und der Schweiz sind", sagte Cassis. Mit Blick auf die bilateralen Beziehungen nannten die Außenminister vor allem den Handelsaustausch, aber auch die kulturelle Nähe zwischen beiden Ländern. Cassis wies darauf hin, dass allein das Handelsvolumen der Schweiz mit Baden-Württemberg und Bayern größer sei als mit China. Auch Gabriel erinnerte daran, dass sich das bilaterale Handelsvolumen in den vergangenen Jahren weiter vergrößert habe. Deutschland ist wichtigster Handelspartner der Schweiz.

Der deutsche Ressortchef äußerte zudem seine Wertschätzung für die Erfolge der Schweizer Diplomatie, die stark auf internationale Streitschlichtung und Mediation angelegt sei. Dies zeige sich auch an der Schweizer Rolle im Rahmen der Organisation für Sicherheit und Europa (OSZE), wo die Schweiz beispielsweise Ende vergangenen Jahres maßgeblich zu dem Gefangenenaustausch in der Ost-Ukraine beigetragen habe. Deutsche Diplomaten sollen künftig auch in der Schweiz im Rahmen eines Masterstudiengangs in Mediation ausgebildet werden.

Cassis, der gut drei Monate nach seinem Amtsantritt nach Berlin kam, ging auch auf das Verhältnis der Schweiz zur Europäischen Union ein und äußerte die Hoffnung, dass Deutschland in dazu anstehenden Verhandlungen "eine wichtige Rolle spielt". Er machte deutlich, dass die Schweiz einerseits an einer engen Verflechtung interessiert sei, andererseits aber auch Wert darauf lege, "politisch eigenständig zu sein". "Die Kunst wird sein, beiden Seiten gerecht zu werden." Die Schweiz ist zwar kein EU-Mitglied, der Union aber in unterschiedlichen Bereichen eng verbunden.

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