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Simbabwes Präsident nach Eingreifen des Militärs wieder öffentlich aufgetreten

17.11.2017

Harare (AFP) - In Simbabwe ist Präsident Robert Mugabe erstmals seit der Machtübernahme des Militärs wieder öffentlich aufgetreten. Der 93-Jährige, der seit Mittwoch unter Hausarrest stand, nahm am Freitag an der Abschlussfeier einer Universität in der Hauptstadt Harare teil. Der von Mugabe geschasste Vizepräsident Emmerson Mnangagwa, dessen Entlassung die Krise in Simbabwe ausgelöst hatte, kehrte unterdessen in das südafrikanische Land zurück. Mugabe lehnt einen Rücktritt bislang ab.

Die Armee hatte Mugabe unter Hausarrest gestellt, nachdem der Präsident seinen Stellvertreter Mnangagwa entlassen hatte. Mnangagwa unterhält enge Verbindungen zum Militär und war lange als Nachfolger Mugabes gehandelt worden. Mit seinem Eingreifen wollte das Militär offenbar verhindern, dass Mugabe stattdessen seine 52-jährige Ehefrau Grace als Nachfolgerin in Stellung bringt.

Am Freitag erschien Mugabe in einem blauen Talar zu der Abschlussfeier. Der 93-Jährige verfolgte die Zeremonie mit geschlossenen Augen und applaudierte gelegentlich. In der Vergangenheit hatte Mugabe die Übergabe der Abschlusszeugnisse häufig persönlich übernommen. Seine Teilnahme am Freitag könnte aber zumindest auf eine Lockerung seines Hausarrests hindeuten.

Das Militär hatte nach der Machtübernahme versichert, Mugabe nicht stürzen zu wollen. Die Armee bezeichnete das Eingreifen als vorübergehende Maßnahme und stritt einen Militärputsch ab.

Am Donnerstag hatten sich die Generäle zu Gesprächen mit Mugabe getroffen. Auf Bildern, die das Staatsfernsehen verbreitete, war Mugabe lächelnd neben Armeechef Constantino Chiwenga zu sehen. Eine offizielle Erklärung zum Inhalt der Gespräche gab es nicht.

Nach Angaben aus Armeekreisen lehnte Mugabe einen Rücktritt ab. "Er weigert sich zurückzutreten", hieß es nach dem Treffen. Am Freitag kam der Staatschef zu weiteren Gesprächen mit der Armeeführung zusammen.

Das Militär vermeldete am Freitag zudem die Festnahme mehrerer Vertrauter Mugabes. "Wir haben einige der Kriminellen gefasst, andere sind noch auf freiem Fuß", erklärte das Militär. Gemeint waren offensichtlich Unterstützer der Präsidentengattin. Die als prunksüchtig geltende ehemalige Sekretärin des Staatschefs wurde seit dem Eingreifen des Militärs nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen.

Grace Mugabe hatte sich mit dem 75-jährigen Vizepräsidenten Mnangagwa einen Machtkampf um die Nachfolge ihres Ehemannes geliefert. Nach seiner Entlassung setzte sich Mnangagwa ins Nachbarland Südafrika ab. Am Donnerstag kehrte der 75-Jährige nach Angaben aus seinem Umfeld aber nach Simbabwe zurück.

Die Bundesregierung rief zur Zurückhaltung auf. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts appellierte an alle Beteiligten, auf Gewalt zu verzichten und auf eine dauerhafte friedliche Lösung hinzuwirken. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, es sei ein positives Zeichen, dass sich die Südafrikanische Entwicklungsgemeinschaft SADC in den Konflikt eingeschaltet habe.

Die Organisation hatte am Donnerstag bei einem Treffen in Botsuana ein regionales Gipfeltreffen gefordert, um die Krise in Simbabwe beizulegen. SADC-Gesandte nahmen auch an dem Treffen der Generäle mit Mugabe teil.

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