(rto/spot), Antoine Melis

Herbert Grönemeyer bezieht auf seinem Album "Tumult" klar Stellung

09.11.2018

Herbert Grönemeyer (62) meldet sich vier Jahre nach seinem letzten Album mit "Tumult" zurück. Und der Name deutet es schon an: Grönemeyer verarbeitet in seinen Songs die Zeit, in der wir leben. Der Sänger liefert ein hochpolitisches Album ab - verpackt in dem unverkennbaren Grönemeyer-Sound.

So bezieht der Musiker in Zeiten, in denen ein Rechtsruck durch ganz Europa geht, beispielsweise in seinem Song "Fall der Fälle" klar Position und fordert die Menschen auf "keinen Millimeter nach rechts" zu gehen und standhaft zu bleiben. Im gleichen Song prangert er auch Hasskommentare im Internet an. So heißt es: "Es wird laut gedacht / Alles ist erlaubt / Es lallt und hallt von überall."

Grönemeyer singt auf Türkisch

In "Bist du da" warnt er vor einem Erstarken der politischen Rechten und appelliert an seine Hörer, dagegen anzukämpfen: "Bist du da, wenn zu viel Gestern droht / Wenn wir verrohen, weil alte Geister kreisen." Dass sein Album gerade am 9. November erscheint, dem Tag, als auch die Berliner Mauer fiel oder der Tag, an dem die Reichspogromnacht stattfand, sei aber reiner Zufall, so Grönemeyer im Interview mit dem "Deutschlandfunk".

Und dann ist da noch "Doppelherz / Iki Gönlüm", die zweite Single-Auskopplung aus "Tumult", in der Grönemeyer plötzlich auf Türkisch singt und die Schönheit einer pluralen Gesellschaft betont. Zu orientalischen Klängen natürlich. Klappt ziemlich gut. Experiment geglückt. Was man von "Taufrisch" eher nicht behaupten kann. Der Ausflug in die Karibik ist unterm Strich doch arg kitschig geraten.

Es geht natürlich auch um die Liebe

Zwischen diesen politischen Songs streut der 62-Jährige aber auch immer wieder klassische Grönemeyer-Nummern ein, die von seiner unverwechselbaren Stimme leben. Das Thema: natürlich die Liebe. Stücke wie "Sekundenglück" oder "Mein Lebensstrahlen" werden gefühlvoll wie immer vorgetragen und beweisen einmal mehr, warum Grönemeyer zu den Großen im Geschäft zählt.

Ebenso groß werden auch die Shows seiner Tour im nächsten Jahr. Vom 5. März bis 1. April ist der Sänger wieder in Deutschland, Österreich, Schweiz und den Niederlanden auf Tour. Zudem sind für den Sommer neun Stadion-Shows geplant.

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