(rto/spot), Martin Huch

Heinz Rudolf Kunze: Warum er einen "Krieg für die Wahrheit" führt

19.02.2020

Der Output von Heinz Rudolf Kunze (63, "Dein ist mein ganzes Herz") ist beachtlich: Bis heute stehen fast 500 Lieder, mehr als 1.700 literarische Texte und kürzlich sogar ein Gastauftritt im Stuttgarter "Tatort" auf seiner Habenseite. 2021 feiert der vielbeschäftigte Musiker bereits sein 40. Bühnenjubiläum. Doch bevor er dieses mit noch mehr Arbeit begeht, veröffentlicht er am 21. Februar zunächst sein neues Album "Der Wahrheit die Ehre". Ein Album, das in Zeiten von Fake News und "offensiven Lügen" in der Politik, einen kleinen "Krieg für die Wahrheit" führt, wie Kunze im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news verraten hat.

Sie feiern im nächsten Jahr bereits Ihr 40. Bühnenjubiläum. Wenn Sie auf ihre Karriere zurückblicken, welches Wort kommt Ihnen da als Erstes in den Sinn und warum?

Heinz Rudolf Kunze: Dankbarkeit. It has been a magic ride!

Wie werden Sie Ihr Bühnenjubiläum begehen?

Kunze: Mit Arbeit, Arbeit, Arbeit. Wir werden uns ganz sicher aber auch noch etwas Besonderes einfallen lassen.

Sie haben alle Aufs und Abs des Showgeschäfts erlebt. Gab es in Ihrer Karriere jemals einen Punkt, an dem Sie alles hinschmeißen wollten?

Kunze: Nein, dazu ist dieser Beruf viel zu schön.

Sie haben bis heute fast 500 Lieder veröffentlicht und mehr als 1.700 literarische Texte veröffentlicht. Wo holen Sie sich Ihre Inspiration?

Kunze: Ich hole sie nicht, sie findet mich - und das erstaunlich oft. Ich liebe es, mit Worten und Tönen zu spielen und mich von dem überraschen zu lassen, was dabei herauskommt.

Sie werden in Ihren Liedern gerne politisch. Sehen Sie sich selbst als Liedermacher in der Tradition von Bob Dylan und dessen Protestsongs?

Kunze: Ich stimme Bobs Aussage zu: Jedes gelungene Lied ist ein Protestsong gegen den Zustand der Welt.

Sie bezeichnen "Der Wahrheit die Ehre" als Ihr politischstes Album bisher.

Kunze: Einen roten Faden gab es in meinen Alben schon immer. In "Der Wahrheit die Ehre" ist es aber besonders deutlich. Es gibt hierzulande und überall leider so viele Gründe, sich Sorgen zu machen.

In Zeiten von "Fake News" scheint die Wahrheit nur noch selten zu interessieren. Hat Sie das zu dem Titel inspiriert?

Kunze: Ja die Wahrheit und die Suche nach ihr sind überall auf der Welt äußerst gefährdet. Wir leben in einer Zeit, die förmlich einen Krieg gegen die Wahrheit führt. Fake-News und offensive Lügen in der Politik sind an der Tagesordnung. Wir wissen gar nicht mehr, was wir glauben können. Trotz aller Medienvielfalt und Informationsflut könnte ja alles gelogen sein. Wir befinden uns in einem digitalen Mittelalter, wo die Sekten und die Verrückten und die fiebrigen Antworten durcheinanderpurzeln und keiner mehr richtig weiß, wo oben und unten ist. Man muss einen Krieg für die Wahrheit führen und dieses Album und der zugehörige Song sind eine kleine Offensive.

Sie standen zuletzt für den Stuttgarter "Tatort" vor der Kamera. Wie hat es sich angefühlt, eines Kapitalverbrechens beschuldigt zu werden?

Kunze: Oh großartig! Es erhöht die Betriebstemperatur...

Sind Sie im echten Leben jemals mit dem Gesetz in Konflikt geraten?

Kunze: Nein, tatsächlich nie.

Sie waren zuvor bereits in anderen TV-Produktionen und sogar in einem Kinofilm zu sehen. Was hat den Auftritt im "Tatort" für Sie besonders gemacht?

Kunze: Dass ich zum ersten Mal öffentlich ohne Brille und Schal aufgetreten bin. Nein im Ernst, es hat sich für mich ein lang gehegter Traum erfüllt und großen Spaß gemacht. Ich spiele gern andere Rollen. In meinem Soloprogramm "Wie der Name schon sagt" und meinen Konzerten mit der Band mache ich das ja auch in meinen Sprechtexten.

Wann werden wir Sie wieder in einem Film sehen können? Haben Sie dazu schon Pläne?

Kunze: Ich hoffe bald. Ich bin gerade auf der Suche nach Finanzquellen für meine Monumentalverfilmung des Brockhaus Lexikons.

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