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Die Kino-Tipps im März

28.02.2020

Vom unaufhörlich quasselnden Anarcho-Känguru hin zu einer mucksmäuschenstillen Welt - im März warten starke Gegensätze auf geneigte Kinogänger. Wer weder mit "Die Känguru-Chroniken" noch "A Quiet Place 2" etwas anfangen kann, darf sich dank "Mulan" in ein fleischgewordenes Disney-Abenteuer stürzen, oder bekommt mit Lolles (Felicitas Woll) erstem Kino-Ausflug ein spätes Wiedersehen mit den "Berlin, Berlin"-Bewohnern serviert. Wem das alles zu Mainstream ist, sieht derweil Hollywoods Go-to-Einsiedler Willem Dafoe (64) im Berlinale-Wettstreiter "Siberia" beim Vereinsamen zu.

"Die Känguru-Chroniken", 5. März

Marc-Uwe (Dimitrij Schaad, 34), ein unterambitionierter Kleinkünstler mit Migräne-Hintergrund, lebt mit einem Känguru zusammen. Doch die ganz normale Kreuzberger WG ist in Gefahr: Ein rechtspopulistischer Immobilienhai bedroht mit einem gigantischen Bauprojekt die Idylle des Kiezes. Das findet das Känguru gar nicht gut. Ach ja! Es ist nämlich Kommunist. Jedenfalls entwickelt es einen genialen Plan. Und dann noch einen, weil Marc-Uwe den ersten nicht verstanden hat. Und noch einen dritten, weil der zweite nicht funktioniert hat.

Einschätzung:

Mit den liebenswerten Geschichten rund um seine Freundschaft zu einem Anarcho-Känguru hat sich Marc-Uwe Kling (38) einen Namen als cleverer wie wortgewandter Autor gemacht. Ob gedruckt oder als Hörbuch - gerne malte man sich die schrägen Situationen der beiden vor dem geistigen Auge aus. Diese dann aber in "Wirklichkeit" zu sehen - das vorlaute Känguru entstand natürlich zu 100 Prozent im Computer - dürfte selbst eingefleischten Fans deutlich schwerer fallen. Vielleicht ist hören manchmal einfach besser als sehen.

"A Quiet Place 2", 19. März

Die tödliche Gefahr durch die ebenso grausamen wie geräuschempfindlichen Kreaturen ist noch immer allgegenwärtig. Jeder noch so kleine Laut könnte ihr letzter sein. Evelyn (Emily Blunt, 37) ist mit ihren Kindern Regan (Millicent Simmonds, 16), Marcus (Noah Jupe, 15) und dem Baby nun auf sich allein gestellt. Weiterhin muss die Familie ihren Alltag in absoluter Stille bestreiten. Als sie gezwungen sind, sich auf den Weg ins Unbekannte aufzumachen, merken sie schnell, dass hinter jeder Abzweigung weitere Gefahren lauern.

Einschätzung:

Der Hype um "A Quiet Place" war so laut, dass er im dystopischen Setting des Streifens umgehend gemampft worden wäre. Da versteht sich von selbst, dass ein zweiter Teil folgen musste. Dass dieser aber seinen Weg keine zwei Jahre nach dem Vorgänger ins Kino finden würde, verwunderte dann doch etwas. Erneut zeichnet sich John Krasinski (40) für den Film verantwortlich, erweitert wurde der Cast um Charaktermime Cillian Murphy (43). Ob das reicht, um dem zuweilen doch arg konstruierten und nicht immer logischen Filmuniversum neue Facetten zu verleihen, muss zumindest bezweifelt werden. Pluspunkt: Setzt der Film auf die mucksmäuschenstillen Stärken des ersten Teils, kann das Geld fürs Popcorn gespart werden.

"Berlin, Berlin", 19. März

Typisch Sven (Jan Sosniok, 51)! Er platzt mitten in Lolles (Felicitas Woll, 40) Hochzeit mit Hart (Matthias Klimsa, 49) hinein und macht ihr vor versammelter Gästeschar einen Heiratsantrag. Völlig verwirrt flüchtet Lolle in wilder Fahrt quer durch Berlin. Nach einem emotionalen Ausraster landet sie vor Gericht und wird prompt zu Sozialstunden an einer Schule verdonnert. Dort trifft sie Dana (Janina Uhse, 30), mit der sie eines gemeinsam hat: komplizierte Männergeschichten. Nach einer verrückten Partynacht in den Berliner Clubs wachen die beiden am nächsten Morgen in einem Auto auf, allerdings nicht in Berlin, sondern im Harz! Lolle will unverzüglich zurück.

Einschätzung:

Stolze 15 Jahre ist es her, seit die letzte Staffel der Fernsehserie "Berlin, Berlin" im Ersten über die Bildschirme flimmerte. Damals erfreute sich die Geschichte über Landei Carlotta "Lolle" Holzmann, die vom Kaff in die Metropole Berlin zieht, großer Beliebtheit. Das Zielpublikum für deren Ausflug ins Kino ist damit mehr als deutlich: Neueinsteiger sollten die Serie dringend nachholen oder "Berlin, Berlin" lieber fern bleiben. Für Fans der Serie hingegen ist der 19. März ein Pflichttermin.

"Mulan", 26. März

Als Chinas mächtiger Kaiser ein Dekret erlässt, dass aus jeder Familie je ein Mann in die kaiserliche Armee eingezogen wird, um das Land vor Eindringlingen aus dem Norden zu verteidigen, beschließt Mulan Hua (Liu Yifei, 32), eine der beiden Töchter eines hoch dekorierten Soldaten, anstelle ihres kranken und geschwächten Vaters dem Einberufungsbefehl Folge zu leisten. Mulan gibt sich in Männerverkleidung als Jun Hua aus und muss strengste Prüfungen überstehen. Mit den zahlreichen Abenteuern, die sie auf ihrer epischen Reise durchlebt, lernt sie, auf ihre innere Stärke zu vertrauen und entdeckt dabei ihr wahres Potenzial.

Einschätzung:

Der Zeichentrickfilm "Mulan", der 1998 in die Kinos kam, war gleich in zweierlei Hinsicht bedeutsam. Erstmals widmete sich Disney darin der chinesischen Kultur und verknüpfte die Geschichte der Titelheldin auch noch mit einem Diskurs über typische Geschlechterrollen, von dem nicht nur die kleinen Zuschauer etwas lernen konnten. Auch 22 Jahre später ist dieser Fingerzeig nicht obsolet geworden. Schwer wird es dagegen, die charmante Magie des Zeichentrick-Klassikers in die reale Welt zu verfrachten. So ist dem Vernehmen nach ausgerechnet der kleine Drache (nicht Eidechse!) und Fanliebling Mushu nicht in der neuen Verfilmung dabei. Für viele Fans des Originals wohl ein Dealbreaker.

Geheimtipp: "Siberia", 19. März

Clint (Willem Dafoe) ist ein vom Leben gezeichneter Mann. Um endlich seinen inneren Frieden zu finden, hat er sich in eine einsame Hütte in den verschneiten Bergen zurückgezogen. Dort betreibt er ein kleines Café, in das sich nur selten Reisende oder Einheimische verirren. Aber selbst in der Abgeschiedenheit findet Clint keine Ruhe. Eines schicksalhaften Abends bricht er mit seinem Hundeschlitten auf, getrieben von der Hoffnung, sein wahres Ich zu finden. Eine Reise durch seine Träume, Erinnerungen und Fantasien beginnt.

Einschätzung:

Mit "Siberia" gehen Hauptdarsteller Willem Dafoe und Regisseur Abel Ferrara (68) ins Rennen um den Goldenen Bären der diesjährigen Berlinale. Die Koproduktion aus Italien, Deutschland und Mexiko stellt gleichzeitig die nunmehr achte Zusammenarbeit der beiden dar. Wer sich mit den Werken von Ferrara auskennt, weiß, worauf er sich auch bei seinem neuen Werk einlässt. Dafoes Trip in den Wahnsinn ist aber selbst für Ferrara-Standard extrem seltsam ausgefallen - ein eineinhalb Stunden langer Tagtraum und für manche eine willkommene Abwechslung zum Mainstream-Kino.

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