AFP, Markus Scholz

Warnstreiks treiben IG Metall neue Mitglieder zu

21.01.2019

Frankfurt/Main (AFP) - Die Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie im vergangenen Jahr haben sich auch für die IG Metall ausgezahlt: Die Gewerkschaft konnte 133.000 neue Mitglieder begrüßen, ein Viertel mehr als 2017, wie IG-Metall-Chef Jörg Hofmann am Montag in Frankfurt am Main sagte. Entscheidend sei der Tarifabschluss gewesen, durch den sich "die Lebenssituation für tausende Beschäftigte verbessert" habe.

Die neuen Mitglieder rekrutierte die Gewerkschaft insbesondere unter Angestellten, Frauen und jungen Menschen. Austritte und Todesfälle gegengerechnet nahm die Zahl der Gewerkschaftsmitglieder um 8000 zu. Damit stagniert die Mitgliederzahl seit Jahren bei knapp 2,3 Millionen. Ihre Beiträge summierten sich 2018 auf rund 585 Millionen Euro, das waren 4,3 Prozent mehr als im Vorjahr. 

Die wichtigste Neuerung des Tarifvertrags war, dass Beschäftigte mit Kindern und pflegebedürftigen Angehörigen sowie Schichtarbeiter einen Anspruch auf acht zusätzliche Urlaubstage haben. Mehr als eine Viertelmillion Beschäftigte beantragten dies laut der jüngsten Gewerkschaftsumfrage. Am größten ist die Nachfrage demnach unter den Schichtarbeitern.

Mit Blick auf das laufende Jahr warnte Hofmann vor enormen Herausforderungen für die Autoindustrie. Durch die europäischen Klimaschutzvorgaben und die Umstellung auf weniger arbeitsintensive Elektromotoren könnten bis 2030 rund 150.000 Arbeitsplätze wegfallen, sagte er. 

1,5 Millionen Jobs seien zudem bis 2035 durch die Digitalisierung bedroht. Die Beschäftigten sollen nach dem Willen der IG Metall fit für neue Berufe gemacht werden. Außerdem müsse die Bezugsdauer des Arbeitslosengeld I verlängert werden, um den drohenden Strukturwandel in einigen Regionen abzufedern.

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