AFP, Vasily MAXIMOV

Ukrainische Präsidentschaftskandidaten debattieren in Kiews Olympiastadion

19.04.2019

Kiew (AFP) - Zwei Tage vor der Stichwahl um das ukrainische Präsidentenamt haben sich die beiden Kandidaten am Freitag vor tausenden Zuschauern im Olympiastadion von Kiew einen verbalen Schlagabtausch geliefert. Die Umfragen sehen den Komiker Wolodymyr Selenskyj weit vor Amtsinhaber Petro Poroschenko. Schon bei der ersten Wahlrunde hatte Selenskyj deutlich vorne gelegen, Poroschenko erreichte nur etwa halb so viele Stimmen und kam als klarer Zweiter in die nächste Runde.

Selenskyj räumte zu Beginn der Debatte offen ein, dass er keine politische Erfahrung hat. "Ich bin kein Politiker", sagte der 41-Jährige. "Ich bin einfach ein normaler Mensch, der gekommen ist, um dieses System zu stürzen." Präsident Poroschenko hielt Selenskyj dessen mangelnde Erfahrung vor und stellte dessen Fähigkeit in Frage, als oberster Truppenkommandeur zu dienen und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin die Stirn zu bieten.

Der Showdown im Stadion war der einzige Wahlkampftermin, bei dem sich die beiden Bewerber gegenüberstehanden. Einem Fernsehduell hatte sich Selenskyj stets verweigert - getreu seiner Wahlkampfstrategie, klassische Medien weitgehend zugunsten von Online-Videos links liegen zu lassen.

Die Idee einer öffentlichen Debatte zwischen den beiden Kandidaten stammte von Poroschenko, Selenskyj hatte dann ein Fußballstadion als Ort ins Gespräch gebracht. Die Vorbereitungen nahmen zeitweise absurde Züge an: So bestand Selenskyj unter anderem darauf, dass beide Männer vor der Debatte einen Drogentest ablegen - nur einer von vielen ungewöhnlichen Momenten des Wahlkampfs.

Der 53-jährige Poroschenko regiert die Ukraine seit den Maidan-Protesten im Jahr 2014. Damals hatte er versprochen, die Ukraine stärker am Westen auszurichten, gegen die weit verbreitete Korruption vorzugehen und den bewaffneten Konflikt mit den prorussischen Rebellen im Osten des Landes zu beenden. Der Konflikt schwelt jedoch weiter, auch die Korruption ist immer noch allgegenwärtig.

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