AFP, Nicholas Kamm

Trump zieht erneut gegen "unehrliche" Medien zu Felde

23.08.2017

Phoenix (AFP) - US-Präsident Donald Trump hat ein weiteres Mal beklagt, er werde von den Medien ungerecht behandelt. Trump verwendete bei einer Rede in Phoenix im US-Bundesstaat Arizona am Dienstag (Ortszeit) rund eine halbe Stunde auf die Medienschelte. Dabei ging es um seine Reaktionen auf die Gewalt rechtsextremer Gruppen in Virginia vor zehn Tagen. Die "unehrlichen" Medien wollten nicht berichten, dass er rassistische Gruppen scharf verurteilt habe, beklagte Trump.

"Sie geben die Fakten nicht wieder", sagte der US-Präsident. "Sie erfinden Geschichten, in vielen Fällen haben sie keine Quellen."

Trump war aus dem In- und Ausland kritisiert worden, weil er nach einem rechtsextremen Aufmarsch in Charlottesville, bei dem eine Gegendemonstrantin durch ein in die Menge rasendes Auto getötet wurde, zunächst undifferenziert von Gewalt auf "vielen Seiten" gesprochen hatte. Zwei Tage später verurteilte er die Gewalt rechtsextremer Gruppen schließlich als "abstoßend" - kehrte aber einen Tag später zu seinen vorherigen Rhetorik zurück, in der er das Verhalten der Rechtsextremisten und der Gegendemonstranten auf eine Stufe stellte.

In Phoenix erinnerte Trump nun daran, dass er sich "scharf gegen Hass, Fanatismus und Gewalt" gewandt habe. Er habe "die Neo-Nazis, die Anhänger der weißen Überlegenheit und den Ku Klux Klan scharf verurteilt", betonte Trump. Seine Gleichsetzung des Verhaltens der Rechtsextremen und der Gegendemonstranten ließ er weg.

Hintergrund der Debatte sind Bestrebungen zur Beseitigung von Statuen, die an Befehlshaber der Südstaaten-Konföderation aus dem Amerikanischen Bürgerkrieg (1861-65) erinnern. Sie kämpften damals für den Erhalt der Sklaverei. Trump kritisierte die Entfernung solcher Denkmäler. Er twitterte, es sei "so traurig zu sehen, dass die Geschichte und Kultur unseres großartigen Landes auseinandergerissen wird mit der Entfernung unserer wunderschönen Statuen und Monumente".

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