AFP, MANDEL NGAN

Trump nennt Einmischung Russlands in US-Wahl "Schwindel"

03.08.2018

Washington (AFP) - US-Präsident Donald Trump hat die Position seiner Sicherheitsbehörden untergraben, wonach Russland seinen "Informationskrieg" gegen die USA fortsetze. Bei einer Wahlkampfveranstaltung im US-Bundesstaat Pennsylvania für die bevorstehenden Kongresswahlen bezeichnete Trump am Donnerstag die Vorstellung einer russischen Einmischung erneut als "Schwindel". Zuvor hatten der Nationale Geheimdienstdirektor Dan Coats sowie der Chef der Bundespolizei FBI, Christopher Wray, vor anhaltenden Desinformationskampagnen aus Russland gewarnt.

Wray sprach bei einem gemeinsamen Presseauftritt von mehreren Spitzenvertretern der Sicherheitsbehörden im Weißen Haus von einem "Informationskrieg". Die Bedrohung sei nicht auf Wahlkampfzeiten beschränkt: "Unsere Feinde versuchen ständig, unser Land zu destabilisieren - egal ob Wahlkampf ist oder nicht." Sowohl Coats als auch Wray traten zugleich den Vorwürfen entgegen, Trump nehme die Angelegenheit nicht ernst genug.

Der US-Präsident stellte seine Sicherheitsbeamten nur wenige Stunden später bloß, indem er vor seinen Anhängern in Pennsylvania die Idee einer russischen Einmischung in den Präsidentschaftswahlkampf erneut als "Schwindel" bezeichnete. 

Trump hatte im Juli mit seinem Auftritt bei einem Treffen mit Russlands Präsident Wladimir Putin für große Empörung in den USA gesorgt, weil er vermieden hatte, mutmaßliche russische Einmischungen in den US-Wahlkampf 2016 zu verurteilen. Zuletzt forderte er das Ende der Ermittlungen von FBI-Sonderermittler Robert Mueller in der Russland-Affäre.

Mueller untersucht die mutmaßlichen Einmischungen Moskaus in den US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 und mögliche diesbezügliche Absprachen mit dem Trump-Team. Der US-Präsident prangert die Ermittlungen regelmäßig als "Hexenjagd" an.

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