AFP, Jörg Carstensen

Scholz findet mit Klara Geywitz Tandempartnerin für Bewerbung um SPD-Vorsitz

20.08.2019

Berlin (AFP) - In der Brandenburger SPD-Landespolitikerin Klara Geywitz hat Bundesfinanzminister Olaf Scholz seine Mitstreiterin für eine Ko-Kandidatur für den Parteivorsitz gefunden. "Wir treten gemeinsam an: Klara Geywitz und Olaf Scholz kandidieren für den SPD-Vorsitz", twitterte Scholz am Dienstag. Der Vizekanzler gilt als vehementer Befürworter der GroKo. Die 43-jährige Geywitz sitzt im Potsdamer Landtag und war früher stellvertretende Landesparteivorsitzende in Brandenburg.

"Gemeinsam wollen wir die SPD wieder stark machen", hoben Geywitz und Scholz in einer Erklärung hervor. Sie wollten als Tandem antreten "mit unseren unterschiedlichen Lebenswegen, unseren Erfahrungen und mit den verschiedenen Perspektiven, aus denen wir auf unser Land blicken". 

Die SPD werde "unverändert gebraucht, gerade weil eben dies immer wieder neu auf dem Spiel steht", erklärten die beiden Politiker. Angesichts von Globalisierung und schnellem technischen Wandel seien sich immer mehr Bürger nicht mehr sicher, "ob die Zukunft für sie und ihre Kinder besser sein wird".

Es gehe darum, "neue sozialdemokratische Antworten auf die neuen Zeiten zu finden", erklärten Scholz und Geywitz. Dazu gehöre auch, als Partei wieder stärker in den Arbeits- und Lebenswelten der Bürger verankert zu sein. "Unser Anspruch Volkspartei zu sein, bedeutet auch, das Trennende immer wieder zusammenzuführen." Es gehe um die neuen und alten sozialen Fragen ebenso wie den Einsatz für eine liberale Gesellschaft und die Anliegen der Jüngeren im digitalen Wandel.

Scholz und Geywitz wollen ihre Kandidatur am Mittwochmittag in einer Pressekonferenz in Berlin präsentieren. Die bundesweit eher unbekannte Geywitz war von 2008 bis 2013 stellvertretende Vorsitzende der Brandenburger SPD. Von 2013 bis 2017 war die studierte Politologin und Mutter dreier Kinder Generalsekretärin des Landesverbandes. Die gebürtige Potsdamerin ist Mitglied des Parteivorstands und war bei den Verhandlungen zur großen Koalition 2018 in der großen Runde dabei.

Der Brandenburger Ministerpräsident Dietmar Woidke lobte seine Parteifreundin als "hervorragende Diskussionspartnerin, die mit inhaltlicher Zuspitzung, klarer strategischer Linie und zugleich gepaart mit Herzenswärme und Humor überzeugen kann". Mit Scholz und Geywitz seien "sympathische und inhaltlich starke Schwergewichte in den Wettbewerb" um den Parteivorsitz eingetreten.

Woidke kündigte an, dem Brandenburger SPD-Landesvorstand zu empfehlen, die Kandidatur des Bewerberduos zu unterstützen. Für die Zulassung zur Kandidatur ist die Unterstützung von fünf Unterbezirken oder einem Bezirks- oder Landesverband nötig.

Derweil stellte SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil klar, dass er nicht kandidiert. Er habe sich entschieden, dass er nicht zu denen gehören werde, "die auf der Bühne stehen und sich um den SPD-Parteivorsitz bewerben", sagte Klingbeil am Dienstag in einer auf Twitter verbreiteten Video-Botschaft.

Auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil verzichtete nach "Welt"-Informationen auf eine Kandidatur für den SPD-Vorsitz. Das berichtete die Zeitung unter Berufung auf Parteikreise in Niedersachsen.

Damit gibt es bislang 17 Anwärter auf die Nachfolge von Andrea Nahles an der SPD-Spitze: sieben Frauen und zehn Männer. Darunter sind sieben Bewerberduos und drei Einzelkämpfer.

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