AFP, CHRIS DELMAS

Salma Hayek: Harvey Weinstein war mein Monster

14.12.2017

New York (AFP) - Die Belästigungsvorwürfe gegen den früheren Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein reißen nicht ab. In einem am Mittwoch in der "New York Times" veröffentlichten Artikel schildert nun die Schauspielerin Salma Hayek, wie Weinstein sie immer wieder sexuell belästigte, wie er sie erniedrigte und sogar mit dem Tod bedrohte. "Harvey war jahrelang mein Monster", schreibt die 51-Jährige. 

Vor allem die Arbeit an dem 2002 erschienenen Erfolgsfilm "Frida", in dem Hayek die mexikanische Malerin Frida Kahlo spielte, erlebte die Schauspielerin als regelrechte Qual: Sie habe immer wieder "Nein" sagen müssen: "Nein, ihm zu jeder nächtlichen Stunde die Tür zu öffnen, Hotel für Hotel, Drehort für Drehort. Nein, mit ihm zu duschen. Nein, dass er mir beim Duschen zuschaut. Nein, dass er mich massiert. Nein, dass er mir Oralsex macht. Nein, dass ich mich zusammen mit einer anderen Frau vor ihm ausziehe." 

Auf jede Ablehnung habe Weinstein, der damalige Produzent des Films, mit seiner "macchiavellistischen Wut" reagiert. Er habe ihr einmal mit dem Tod gedroht und gesagt: "Ich bringe dich um, glaube nicht, dass ich dazu nicht fähig bin." Weinstein habe gesagt, der Film werde nur zu Ende gedreht, wenn sie einer expliziten Sexszene mit einer Frau zustimme. Als die Szene gedreht wurde, habe sie einen Nervenzusammenbruch erlitten, berichtete Hayek. Sie habe den Dreh nur mit Beruhigungsmitteln überstanden. 

Als der Film fertig war, habe Weinstein gesagt, er sei zu schlecht für das Kino und werde nur als Video veröffentlicht. Der Film kam doch in die Kinos und wurde ein voller Erfolg. Er gewann zwei Oscars und brachte Hayek eine Oscar-Nominierung ein.

Die "New York Times" hatte im Oktober enthüllt, dass zahlreiche Frauen Weinstein sexuelle Belästigung vorwerfen. Seitdem meldeten sich mehr als hundert Frauen mit Belästigungs- oder Vergewaltigungsvorwürfen gegen den einst mächtigen Produzenten zu Wort. 

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