AFP, Odd ANDERSEN

Regierung hält erste Ergebnisse bei Verhandlungen über Air Berlin für möglich

23.08.2017

Berlin (AFP) - Mit Blick auf die Verhandlungen über die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin hält die Bundesregierung erste Einigungen nach der Sitzung des Gläubigerausschusses am heutigen Mittwoch für möglich. Wirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig (SPD) sagte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) in einem Interview, es gebe Gespräche zwischen Lufthansa und zum Beispiel Niki. "Ich schließe nicht aus, dass es da schon erste Ergebnisse geben könnte." 

Die "Süddeutsche Zeitung" berichtete, nach ihren Informationen liefen Verhandlungen über eine Absichtserklärung über den Verkauf von Niki, der österreichischen Tochtergesellschaft von Air Berlin, an Lufthansa. Eine Zustimmung des vom Insolvenzgericht benannten Ausschusses gelte angesichts der prekären Finanzlage von Air Berlin als wahrscheinlich. Demnach ist Lufthansa bereit, einen vergleichsweise hohen Preis für Niki zu zahlen. Politisch bedeutsam sei der Verkauf von Niki auch deshalb, weil mit dem Erlös der Brückenkredit der Bundesregierung bedient werden könne.

Machnig verwies auf den großen Zeitdruck für die Verhandlungen, da das Geld für Air Berlin aus dem staatlichen Überbrückungskredit von 150 Millionen Euro nur noch bis Ende November reiche. "Dass der Kredit endlich ist, dessen sind sich alle bewusst", sagte Machnig dem Redaktionsnetzwerk. Der Überbrückungskredit gebe Air Berlin "die Zeit, die Verhandlungen im Sinne einer guten Zukunftsperspektive für die Mitarbeiter zu vollenden". Daran schließe sich das kartellrechtliche Verfahren an.

Die Gewerkschaft Verdi forderte vom Gläubigerausschuss, die Interessen der Beschäftigten bei Air Berlin zu berücksichtigen. Es gehe nicht nur um Geld und Maschinen, "es geht hier um die Rettung von Arbeitsplätzen", erklärte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Christine Behle. 

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