AFP, ludovic MARIN

Politische Rivalen im Libyen-Konflikt in Paris zusammengekommen

29.05.2018

Paris (AFP) - Die politischen Rivalen im Libyen-Konflikt sind am Dienstag in Paris zusammengekommen. Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian empfing unter anderen den libyschen Regierungschef Fajes al-Sarradsch und seinen Kontrahenten Chalifa Haftar im Elysée-Palast, wie AFP-Reporter berichteten. Präsident Emmanuel Macron rief die Akteure zu Beginn der internationalen Konferenz zur "Versöhnung" auf.

"Die aktuelle Lage erfordert Entscheidungen", sagte der französische Staatschef beim Zusammentreffen mit al-Sarradsch. Bei dem Treffen unter UN-Schirmherrschaft ist die Unterzeichnung einer Erklärung geplant, die Neuwahlen vor Jahresende sowie einen Fahrplan zur Beilegung der Krise in dem nordafrikanischen Land vorsieht.

Zu der Konferenz kamen auch der libysche Parlamentspräsident Agila Salah Issa und Staatsratspräsident Chaled al-Mischri. Eingeladen sind zudem Vertreter von 19 Ländern, darunter die fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats und Deutschland. 

Seit dem Sturz von Libyens langjährigem Machthaber Muammar al-Gaddafi im Herbst 2011 herrscht Chaos in dem nordafrikanischen Land. Weite Teile Libyens werden von bewaffneten Milizen kontrolliert. Der Sturz Gaddafis erfolgte im Zuge einer von den USA angeführten internationalen Militärintervention, bei der zahlreiche Ziele in Libyen aus der Luft bombardiert wurden.

Die Autorität der international unterstützten Regierung der nationalen Einheit, an deren Spitze al-Sarradsch steht, wird von einer Gegenregierung in Frage gestellt, die mit Hilfe der selbsternannten Nationalen Libyschen Armee des abtrünnigen Generals Haftar im Osten von Libyen herrscht.

Macron hatte al-Sarradsch und Haftar bereits im Juli 2017 zu einem Krisengipfel nahe Paris eingeladen. Bereits damals hatten sich die Kontrahenten auf einen Fahrplan zur Beilegung der Krise geeinigt, der eine Waffenruhe und Wahlen im Frühjahr vorsah.

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