AFP, Patrick HERTZOG

Mutmaßlicher Attentäter von Straßburg in Deutschland nicht als Gefährder bekannt

12.12.2018

Wiesbaden (AFP) - Der mutmaßliche Attentäter vom Straßburger Weihnachtsmarkt war in Deutschland bisher nicht als Gefährder bekannt. "In der Hinsicht war er bei uns ein unbeschriebenes Blatt", sagte eine Sprecherin des Bundeskriminalamts am Mittwoch. Französische Sicherheitsbehörden hatten den 29-jährigen Verdächtigen als Gefährder eingestuft - in Deutschland war er bislang nur als Einbrecher in Erscheinung getreten.

Die Behörden könnten nach wie vor nicht ausschließen, dass der 29-jährige Verdächtige nach der Tat nach Deutschland geflohen sein könnte. Die Bundespolizei fahndet "mit verstärkten Kräften" im deutsch-französischen Grenzraum, wie sie mitteilte. Sie geht davon aus, dass der Mann nach wie vor hochgefährlich ist: "Die Kräfte der Bundespolizei sind angehalten, in besonderem Maße auf Eigensicherung zu achten".

Der Attentäter hatte am Dienstagabend in einer belebten Einkaufsstraße inmitten des berühmten Straßburger Weihnachtsmarkts das Feuer auf Passanten eröffnet. Bei dem Angriff wurden jüngsten Angaben zufolge drei Menschen getötet und 13 weitere verletzt - acht von ihnen schwer.

Der Verdächtige ist mehrfach wegen verschiedener Verbrechen in Frankreich wie auch in Deutschland verurteilt. Nach Angaben des Innenministeriums von Baden-Württemberg wurde der Mann 2016 wegen zweifachen Einbruchdiebstahls zu zwei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt.

Ein Jahr später wurde er nach Frankreich abgeschoben, zudem wurde ihm die Freizügigkeit entzogen. Eigentlich sollte der Mann französischen Ermittlern zufolge am Morgen vor der Tat wegen versuchter Tötung festgenommen werden. Die Polizei fand ihn aber nicht in seiner Wohnung vor.

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