AFP, GENT SHKULLAKU

Moskau: US-Sanktionen gefährden Normalisierung der Beziehungen

25.07.2017

Moskau (AFP) - Moskau hat die vom US-Repräsentantenhaus beschlossenen Strafmaßnahmen gegen Russland verurteilt und als Hindernis für eine Normalisierung der Beziehungen bezeichnet. "Die Unterzeichner und Befürworter dieses Gesetzentwurfs unternehmen einen schwerwiegenden Schritt dahingehend, die Möglichkeiten einer Normalisierung der Beziehungen zu Russland zu zerstören", sagte der russische Vize-Außenminister Sergej Riabkow am Mittwoch der staatlichen Nachrichtenagentur Tass.

Das US-Repräsentantenhaus hatte am Dienstag neue Sanktionen gebilligt, als Nächstes muss der Senat dem Gesetzentwurf zustimmen. Seine Zustimmung gilt als sicher. Der Kongress befürwortet nahezu geschlossen härtere Repressalien gegen Russlands Präsidenten Wladimir Putin. Washington begründet die Maßnahmen unter anderem mit mutmaßlichen russischen Hackerangriffen während des US-Wahlkampfs im vergangenen Jahr.

Die Bundesregierung befürchtet, dass das Gesetz den Weg zu Sanktionen auch gegen deutsche Unternehmen ebnen könnte. Diese könnten ebenso wie Firmen in anderen europäischen Ländern wegen gemeinsamer Projekte mit Russland wie etwa der Erdgaspipeline Nord Stream II von Strafmaßnahmen betroffen sein. Die Pipeline soll ab 2019 Erdgas aus Russland über die Ostsee direkt nach Deutschland liefern.

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