AFP, Robin van Lonkhuijsen

MH17-Ermittler nennen drei Russen und einen Ukrainer als Verdächtige

19.06.2019

Nieuwegein (AFP) - Ein von den Niederlanden geleitetes internationales Ermittlerteam hat fünf Jahre nach dem Abschuss von Flug MH17 über der Ukraine vier Verdächtige benannt. Die Ermittler beschuldigten am Mittwoch drei Russen und einen Ukrainer, in den Abschuss der Passagiermaschine von Malaysia-Airlines am 17. Juli 2014 mit einer Rakete verwickelt gewesen zu sein. Gegen die Verdächtigen würden Haftbefehle erlassen.

Das Ermittlerteam identifizierte die Verdächtigen als die Russen Igor Girkin, Sergej Dubinski und Oleg Pulatow sowie den Ukrainer Leonid Chartschenko. Alle vier werden von der niederländischen Staatsanwaltschaft wegen Mordes gesucht. Nach Angaben von Angehörigen der Opfer soll der Prozess gegen sie im März 2020 beginnen.

Bei dem Abschuss des Flugzeugs über der Ostukraine waren alle 298 Insassen getötet worden. 196 von ihnen waren Niederländer, 38 Australier. 

Der beschuldigte Girkin wies noch am Mittwoch eine Verwicklung der Rebellen in der Ostukraine in den Abschuss zurück. "Alles was ich sagen kann, ist, dass die Boeing nicht von den Rebellen abgeschossen wurde", sagte der auch als Igor Strelkow bekannte Verdächtige der Nachrichtenagentur Interfax.

Im Mai 2018 hatte das Ermittlerteam einen Bericht vorgelegt und die eingesetzte Rakete der 53. Flugabwehrbrigade im westrussischen Kursk zugeordnet, die den regulären russischen Streitkräften angehört. Die Regierungen der Niederlande und Australiens machten Russland daraufhin formell für den Abschuss verantwortlich.

Moskau streitet jegliche Schuld an dem Vorfall ab und machte von Anfang an ukrainische Kräfte für den Abschuss verantwortlich. 

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