AFP, Daniel Reinhardt

IG Metall Küste und Nordmetall übernehmen Tarifabschluss aus Baden-Württemberg

09.02.2018

Hamburg (AFP) - Nach der Einigung im Tarifstreit in der Metall- und Elektroindustrie im Pilotbezirk Baden-Württemberg hat der Bezirk Küste die Vereinbarung übernommen. Wie die Gewerkschaft IG Metall am Freitagmorgen mitteilte, einigte sie sich am Vorabend mit dem Arbeitgeberverband Nordmetall auf 4,3 Prozent mehr Lohn, Zusatzzahlungen sowie das generelle Recht auf die 28-Stunden-Woche für die 140.000 Beschäftigten. Bestimmte Beschäftigte können mehr Freizeit statt des Zusatzentgelts wählen.

"Mit viel Druck aus den Betrieben und guten Verhandlungen haben wir dafür gesorgt, dass die Beschäftigten deutlich mehr Geld bekommen", erklärte der Bezirksleiter der IG Metall Küste, Meinhard Geiken, auch mit Blick auf tagelange Streiks zur Erhöhung des Drucks auf die Arbeitgeber. Genauso wichtig sei aber der "Einstieg in ein modernes Arbeitszeitmodell".

Der Bezirk Küste hatte den in Baden-Württemberg erzielten Abschluss am Dienstag begrüßt und bereits angekündigt, ihn für die eigenen Tarifgebiete übernehmen zu wollen. Andere Bezirke könnten dem folgen. Die IG Metall Küste verhandelt für Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordwestniedersachsen und Schleswig-Holstein. Damit steht sie für rund 140.000 Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie in Deutschland.

Für das ostdeutsche Bundesland Mecklenburg-Vorpommern wurde Geiken zufolge eine Gesprächsverpflichtung zur weiteren Verbesserung der dortigen Arbeitsbedingungen vereinbart. "Fast 30 Jahre nach der Wiedervereinigung wird es Zeit, diesen Prozess zu starten", erklärte der Gewerkschafter. Bis Ende 2019 soll demnach eine Arbeitsgruppe aus Arbeitnehmern und Arbeitgebern klären, ob und wie eine solche Verbesserung erfolgen kann.

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