AFP, CARLOS COSTA

Feuerwehrchef kritisiert schlechte Koordination in Waldbrandgebieten Portugals

08.08.2018

Lissabon (AFP) - Angesichts der verheerenden Waldbrände im Süden Portugals wächst die Kritik der Feuerwehrführung, die mangelnde Koordination der Brandbekämpfer auf nationaler Ebene beklagt. Der Chef des nationalen Verbands der Berufsfeuerwehren, Fernando Curto, sagte dem Rundfunksender Renasceneca am Dienstag, ihm sei von einem Kollegen in den Brandgebieten an der Algarve gesagt worden, dass es "völlig unorganisiert" zugehe. "In gewisser Weise versteht keiner den anderen."

Curtos Kritik stellt Äußerungen von Innenminister Eduardo Cabrito in Frage, der von einer Koordinierung der Brandbekämpfung auf nationaler Ebene gesprochen hatte, was eine "größere Mobilisierung der Ressourcen" erlaube.  

Wie viele andere europäische Länder erlebt Portugal derzeit eine Hitzewelle - am Wochenende wurden Temperaturen von mehr als 45 Grad erreicht. Im vorigen Jahr waren bei Waldbränden in Portugal 114 Menschen getötet worden. Damals war scharfe Kritik an der Regierung geübt worden. Vor diesem Hintergrund hatten die Behörden bereits vor mehreren Tagen einen Notfallplan in Kraft gesetzt, um Waldbrände zu verhindern und Einsatzkräfte schnell mobilisieren zu können.

Hunderte Feuerwehrleute und Soldaten waren am Mittwoch weiter gegen die Waldbrände im Einsatz. Der Ferienort Monchique war weiter von den Flammen bedroht. 30 Menschen wurden dort verletzt, einer von ihnen lebensgefährlich. 250 Bewohner aus Dörfern rund um den an der Algarve gelegenen Touristenort waren bereits am Montag in Sicherheit gebracht worden. Touristen mussten ein Luxushotel verlassen und wurden auf andere Hotels verteilt.

Mindestens 15.000 Hektar Land fielen den Flammen zum Opfer. Eine Sprecherin des Zivilschutzes sagte bei einer vom Fernsehen übertragenen Pressekonferenz, hohe Luftfeuchtigkeit in der Nacht zum Mittwoch könne etwas Linderung bringen. Doch Meteorologen warnten unterdessen vor "erheblichen Winden", die die Lage verschärfen könnten. 

Auch im Nachbarland Spanien wüten Waldbrände. In der Provinz Valencia hat ein Feuer etwa tausend Hektar Land zerstört. In der Nacht zum Dienstag mussten 2500 Menschen ihre Häuser verlassen.

In der südwestlichen Region Extremadura starben ein 75-jährige Frau und ein 66-jähriger Mann in den vergangenen Tagen an Hitzeschlägen, wie die Behörden mitteilten. Damit stieg die Zahl der Hitzetoten auf neun, darunter auch ein Deutscher, der auf dem Jakobsweg in Extremadura an den Folgen eines Sonnenstichs starb. 

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