AFP, Patrick Seeger

DGB-Besoldungsreport: Beamte in Bayern verdienen mit Abstand am meisten

25.04.2018

Berlin (AFP) - Beamte in Bayern verdienen dem neuen DGB-Besoldungsreport zufolge bundesweit mit Abstand am meisten. Berlin und das Saarland bezahlen ihre Staatsdiener dagegen am schlechtesten, wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht hervorgeht. Die unterschiedliche Bezahlung wirke sich auf die Leistungsfähigkeit des öffentlichen Dienstes aus, kritisierte DGB-Vize Elke Hannack. Gerade schlechter zahlende Länder seien im Wettbewerb um Fachkräfte "oft nicht mehr konkurrenzfähig".

Über den jährlichen Besoldungsreport des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) hatten zuerst die Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichtet.

"Es ist nicht nachvollziehbar, dass zum Beispiel eine neu verbeamtete Justizvollzugsbeamtin in Berlin zwölf Prozent weniger Gehalt bekommt als ihre vergleichbaren Kolleginnen und Kollegen in Bayern", erklärte Hannack. "Gleiches gilt für eine neu verbeamtete Lehrerin in Rheinland-Pfalz, die im Jahr über 8000 Euro brutto und damit 18,5 Prozent weniger erhält als eine neu verbeamtete Lehrerin in Bayern."

Hannack warf Bund und Ländern eine "Besoldungspolitik nach Kassenlage" vor. Die Folge sei ein öffentlicher Dienst, "der seine Aufgaben nur noch schwerlich erfüllen kann". Es fehle nicht nur eine langfristige Personalpolitik, es drohe auch ein "Flickenteppich" unterschiedlicher Bezahlung.

Die DGB-Untersuchung vergleicht die Bezüge der Beamten in den 16 Bundesländern und beim Bund sowohl in absoluter Höhe als auch in Bezug zur Arbeitszeit. Auch die Steigerungsraten in den vergangenen zehn Jahren werden erfasst. Der Vergleich bezieht sich demnach auf die drei Besoldungsgruppen A7, A9 und A13, die exemplarisch für die Laufbahn im mittleren, im gehobenen und höheren Dienst stehen. Die Summen sind jeweils die Bruttobezüge von ledigen und kinderlosen Beamten.

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