AFP, Yasin AKGUL

Anadolu: Erdogan klar vorn nach Auszählung der Hälfte der Stimmen

24.06.2018

Istanbul (AFP) - Nach Auszählung der Hälfte der Stimmen bei der Präsidentschaftswahl in der Türkei liegt Amtsinhaber Recep Tayyip Erdogan gemäß den von der Regierung veröffentlichten Zahlen klar vorn. Der Kandidat der islamisch-konservativen Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) kam auf 56,5 Prozent, wie die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu am Sonntagabend meldete. Sein wichtigster Herausforderer, Muharrem Ince von der linksnationalistischen Republikanischen Volkspartei (CHP), erreichte demnach 28,6 Prozent.

Die Präsidentschafts- und Parlamentswahl am Sonntag wurde im Südosten des Landes von Berichten über Unregelmäßigkeiten überschattet. Die Opposition meldete insbesondere aus der Provinz Sanliurfa Hinweise auf Manipulationen. Vereinzelt gab es Berichte über gewaltsame Auseinandersetzungen. Die CHP äußerte Zweifel an den von der Regierung veröffentlichten Zahlen und kündigte an, ihrerseits Ergebnisse zu veröffentlichen.

Hinter Erdogan und Ince kam die Kandidatin der rechtsnationalistischen IYI-Partei, Meral Aksener, laut Anadolu mit 7,5 Prozent auf Platz drei, während der inhaftierte Kandidat der prokurdischen HDP, Selahattin Demirtas, 6,3 Prozent der Stimmen erreichte. 

Erdogan braucht für eine direkte Wiederwahl mehr als 50 Prozent, bleibt er darunter, so müsste er am 8. Juli in eine Stichwahl. Es wurde damit gerechnet, dass sich das Ergebnis noch verschieben und sich der Vorsprung von Erdogan noch verringern würde. Die Auszählung in den Provinzen verlief sehr unterschiedlich schnell.

Bei der Parlamentswahl lag die Volksallianz aus AKP und der ultrarechten MHP laut Anadolu nach Auszählung von 36,3 Prozent der Stimmen bei 59,4 Prozent, während die oppositionelle Allianz der Nation 30 Prozent erreichte. Die HDP lag bei 9,0 Prozent.

Die Wahlbeteiligung lag mit 87,3 Prozent über der Beteiligung bei den Parlamentswahlen vom November 2015, als 85,2 Prozent der Wähler abstimmten. Insgesamt waren 59,35 Millionen Wähler zur Stimmabgabe aufgerufen, davon rund drei Millionen Auslandswähler. 

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